Wednesday,16. May 2012

*Eingerührt: facecook M.ika

M.ika von Taste Berlin (Foto: Andreas Thode)
M.ika war dabei.

Beim vom Effilee-Magazin ausgetragenen Foodblogger-Kochevent in Hamburg.
Zwischen Rügen und Bodensee hat M.ika heute einen kurzen Stopp am heimischen Computer eingelegt und uns einen knackigen Bericht hingebretzelt. Vielen lieben Dank dafür und gute Weiterreise!

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Am 30. März wollen wir ein Dinner zum Selberkochen veranstalten. Dazu laden wir fünf Foodblogger ein, von denen jeder einen Gang kochen soll, passend zu jeweils einem Wein aus dem Elsass. Das alles wird von Andrea Thode fotografiert und in der nächsten Effilee abgedruckt.
[Effilee]

Schnell war meine kurze Bewerbung an die Initiatoren des Foodbloggerdinners der Effilee rund um Herausgeber Vijay Sapre fertig. Obiger Wortlaut wurde nämlich auf der Webseite und Facebook-Fanpage veröffentlicht und hat mich sofort veranlasst mir einen Wein und ein passendes Menü auszuwählen und mich anzupreisen. Bloggen, Kochen und Wein – das ist Meins.

Beim Wein habe ich mich für einen Sylvaner D` Alsace Réserve 2010 der Domaine Weinbach entschieden, dazu sollte es Fisch geben – mein Spezialgebiet. Ich habe Fischereiwissenschaften studiert und anschließend als Betriebsleiter einer Forellenzucht in Frankreich gearbeitet. Die Forelle ist mein absoluter Lieblingsfisch, und als Weininteressierter (der seinen Senf den Berlinern als Straßensommelier dazu gibt) habe ich mich für eine Kombination aus Bachforelle, heimischem Flusskrebs, Rote Bete, Kresse und Meerrettich entschieden. Die meisten Fischfilets eignen sich bestens zum plattieren und somit als Basis für eine Roulade. Das süßliche Flusskrebsfleisch wird von der süß-erdigen Rote Bete unterstützt – die Kresse gibt pfeffrige Schärfe und das Meerrettich-Schäumchen rundet ab. Der aus 2010 eher leicht säurebetonte Sylvaner wird dazu abgefedert und strotzt trotzdem vor Kraft. Yes!

Kochen, Schnacken, Weinchen trinken (Foto: Andrea Thode)


Angekommen in Hamburg wurde gleich der Gasthof Möhrchen in Ottensen angesteuert. Ein Stadtteil der niedlich wirkt wenn man aus Berlin anreist – und zum Bleiben verlockt. Den Markt, der am Nachmittag auf dem Platz vor dem Restaurant stattgefunden hat, würde ich gerne dauerhaft nach Friedrichhain in Berlin beamen: beste und einfache Ware. Hansestadt mit großem Hafen – ich habe nichts anderes erwartet und freue mich auf den Abend.

In einem Séparée des Gasthofs stoße ich sogleich auf die weiteren Teilnehmer und Organisatoren, eine kleine Truppe von 12 Leuten sind wir insgesamt. Man schnackt gemütlich und Christina, unsere Sommelière füllt sofort die ersten Gläser mit knackigem Crémant. Partner des Abends ist der Elsässer Weinverband, die zahlreichen Weinkartons neben den Bergen von Lebensmitteln lassen nicht nur auf einen feucht-fröhlichen Abend hoffen.

Nach einer dreistündigen Vorbereitungs- und Kochsession wurde zu Tisch gebeten, unser Gastgeber Vijay macht den Anfang mit Glasnudelsalat an Kombu und Jakobsmuscheln. Dazu nochmals Crémant – und ungeduldig wird schon der zweite Gang erwartet. Gang eins ­– Vijay, das war einfach gut.

Heike von Au (Heike's Blog) hat nachgelegt, es wird die beste und appetitanregendste Suppe seit langem: Sauerampfersuppe mit Grissini und Onsen-Ei. Dazu passend Grauburgunder.
Ich bitte dringend die Wiesen aufzusuchen, Sauerampfer zu pflücken und zu Hause loszulegen. Onsen-Ei hin oder her. Und selbst gebackene Grissini sind immer ein Hit.

Sandra alias Frau Kampi (kuechevonfraukampi.blogspot.com) hat kombiniert was schwierig klingt – und harmoniert. Ihre Ravioli auf Rahmsauerkraut mit gebratener Blutwurst waren so gut dass ich als alter Blutwurst-Umgeher nun ein echter Fan bin. Dazu köpfen wir, zu Recht, eine Flasche Riesling.
Unlängst habe ich sogar Berlins bekannten Blutwurst-Ritter in Neukölln besucht und beherzt zugeschlagen.

Nun bin ich an der Reihe. Meine pochierte Roulade von der Bachforelle und Flusskrebsen mit Roter Bete ist gut gelungen, der Sylvaner d`Alsace hat seine Aufgabe gut gemacht und das Gericht mehr als supportet. Win-Win-Situation.

Angerichtet und bereit zum Zwischengang – meine Forelle (Foto: Andrea Thode)


Andreas aus München bereitet den Hauptgang zu. Sein Blog Gute Gabeln erfreut sich in München wachsender Beliebtheit und ist auch über die Stadtgrenzen bekannt. Bitteschön: Rinderfilet mit Pinot-Noir-Sauce, dazu Ofenkartoffeln. Wenn ich noch hinzufüge das wir Charolais-Filet hatten ist denke ich klar wie gut, nussig, zart und saftig das Fleisch war. Der dazu gereichte Spätburgunder war von allen Weinen am schnellsten ausgetrunken.

Astrid, die niemals zu schlafen scheint, zaubert ein Dessert das alle anwesenden Teilnehmer (die eigentlich sitt und satt sind) anregt, nochmals zu den Löffeln zu greifen ... und alle Tellerchen werden brav leer gegessen.
Der Kougelhupf mit Gewürztraminer-Eis, Mangocreme und Mönchspfeffer ist sehr zur Nachahmung empfohlen – getrunken wird dazu natürlich Gewürztraminer (en Masse).
Astrids neues Buch ist seit kurzem erhältlich und bekommt ein Lob nach dem anderen, ihr Blog Arthurs Tochter Kocht ist mittlerweile schon fast Kult.

Jetzt halte ich gerade die aktuelle Effilee # 21 Sommer 2012 in der Hand und bestaune die kleine und feine Fotoreportage mit den Rezepten. Ein schöner Abend und ein tolles Ergebnis.

Merci beaucoup et a la prochaine. It was a pleasure.

M.ika

Mein Blog rund um das Berliner Kulinarium: Taste Berlin
Die passende Facebook-Seite: facebook.com/TasteBerlin
Berliner Wein-Fans aufgepasst: Straßensommelier


Friday,11. May 2012

*es grünt so grün im Gästeklo

.. seit ich die im wohltemperierten Hausflur in Mini-Gewächshaus aus Samen gezogenen alten Tomatensorten in's Gästeklo umgesiedelt habe. Hier dürfen Costoluto Genovese, Black Krim, Poire Jaune, Purple Calabash und Black Zebra sich im Spiegel bewundern, um die Wette wachsen und für den baldigen Auszug abhärten.

Tomaten selber ziehen
© multikulinarisch[es]


Bezugsquelle Samen: Semillas.de

Nach einer Zeit des ungewissen Bangens sind heute auch die bestellten Kräuter angekommen. Etwas mitgenommen von der langen Reise, aber grundsätzlich in guter Verfassung, lassen sie auf neue Geschmackserlebnise in diesem Jahr hoffen. Die Neuzugänge 2012 ersetzen die fast komplett eingegangene Kräuterschar vom Vorjahr. Selbst die Minze, die bisher hart im Nehmen war, hatte die Hufe hochgerissen.

Da ich gern auch mehr mit asiatischem Einschlag kochen möchte, habe ich zusätzlich zu Rosmarin (war schon da), Liebstöckel (samt Wurzel ausd Dresden importiert) und Estragon (Überlebender), Salbei und Thymian (2 Sorten) Thai- und Tulsibasilikum, Zitronengras, Marokkanische und Thai-Minze, sowie Blattkoriander bestellt. Ich hoffe, mein hellgrüner Daumen reicht für die Exoten aus.

© multikulinarisch[es]


Bezugsquelle: Bio Gärtnerei Christian Herb in Kempten
Tipps für frische Kräuter aus Garten und von der Fensterbank
Balkonbewohnerrezepte

Ich werde meine mit Balkonbewohnern gekochten Rezepte wieder für die Balkonbewohnerrezeptdatenbank sammeln und freue mich, falls ihr mit euren Terassen-, Balkon- oder Fensterbankpflanzen mitmacht.





Saturday, 5. May 2012

*Achtung, hier wird scharf gestreuselt

Rhabarber-Crumble mit Ingwerstreuseln
Rhabarber-Crumble mit Ingwerstreuseln
© multikulinarisch[es]
Während die Karawane schon zum Spargel weiter gezogen war, labten wir uns noch etwas länger am Rhabarber...

Oft bewundert, nie probiert, wollte ich mal einen Rhabarber-Crumble machen (eine Art Rhabarberkompott mit Streuseln bzw. Rhabarberstreuselkuchen ohne Boden). Nur wie? Erstmal bei Freunden Tipps und Lieblingsrezepte erfragt...

Petra empfahl einen Rhabarber-Crumble mit Ananas und kandierten Ingwerstreuseln, zu dem sie auf Grund ehemännlicher Antipatie gegenüber Rhabarber und Ananas, leider nur ein platonisches Liebesverhältnis pflegt.
Ananas hatte ich keine da, aber frischen Ingwer. Inspiriert versuchte ich mich an meiner eigenen Variante eines Rhabarber-Crumbles mit Ingwer-Streuseln.

Ich habe den Ingwer frittiert, wie schon in dem herzhaften Rezept für Sobanudeln mit Lauch und Lachs. Der Ingwer verliert durch das Frittieren etwas von seiner beißenden Schärfe und bekommt zudem eine rauchige Note. Meiner Vorstellung nach würde der so modifizierte Ingwer auch in einem Dessert eine gute Figur machen. Hat er auch!

Als Farbtupfer, Füllmasse, Klebstoff und zur geschmacklichen Abrundung, habe ich meinen Rhabarber-Crumble mit Kornelkirschenmus gepimpt. Das Ergebnis war mir ein Mü zu süß und intensiv im Kornelkirschenbeigeschmack. Bei einem 2. Versuch würde ich deshalb nur die Hälfte Kornelkirschenmus verwenden.
Für die Streusel habe ich mich an's Familienrezept gehalten.


Rhabarber-Crumble mit Ingwerstreuseln


ein üppiges Dessert mit süß-sauren Noten von Rhabarber und Kornelkirschenmus, getoppt von scharfen Ingwerstreuseln
Quelle: Datenhamster (abgewandelt)


Zutaten (für 4 - 6 Personen):

Streusel
50g Ingwer
Öl
125g Butter
75g Zucker
150g Mehl

Rhabarberkompott
700g Rhabarber
4 EL (oder weniger) Kornelkirschenmus (alternativ. z.B. Aprikosenmarmelade)
1 Tasse brauner Zucker


Zubereitung:

Den Ingwer schälen, grob hacken und mit Küchentuch trocknen.
In einem kleinen Metalltopf neutrales Speiseöl erhitzen und den Ingwer vorsichtig in das heiße Öl geben.
Den Ingwer frittieren, bis er sich hellbraun einfärbt. Das Öl durch ein feines Sieb in die (trockene! wegen Spritzgefahr) Auflaufform abgießen, dabei den frittierten Ingwer auffangen und abtropfen lassen. Den Boden der Auflaufform zum Fetten gleichmäßig mit dem Öl benetzen, dann das Öl verwerfen.

Aus den übrigen Streuselzutaten plus frittiertem Ingwer einen Teig kneten.
Den Rhabarber putzen, in 3-4 cm lange Stücke schneiden und in einer Schüssel mit Kornelkirschenmus und Zucker verrühren. Die Masse in die Auflaufform geben und den Streuselteig gleichmäßig aufstreuseln.

Bei 175°C backen, bis die Streusel etwas Farbe bekommen (ca. 1 Stunde).

schnell und lecker, aber auch etwas schwer...


Wednesday,25. April 2012

*Rhabarberkäsestreuselkuchen nach Dagmar und und und

Käsekuchen mit Rhabarber und Streuseln
Käsekuchen mit Rhabarber u. Streuseln
© multikulinarisch[es]
Diesen wunder-
baren Rhabarber-
käsestreusel-
kuchen hatte ich gleich mehrfach auf der To-Do-Liste. Mehrfach deshalb, weil er mir an verschiedenen Stellen über den Weg gelaufen war und jedesmal gleichermaßen den Speichelfluss in Wallung und den Bookmark-Finger in Aktion gesetzt hatte.


Mit dem ersten Rhabarber der Saison habe ich den Rhabarberkuchen nach Dagmar, Bolli, Eva, Petra, Paule (und Anderen?) nachgebacken.
Es gab in den Rezepten kleinere Abweichungen. Bolli hat den Streuselkäsekuchen mit Kirschen gemacht. Wir Anderen mit Rhabarber.

Ich habe mich an die Rezeptvariante von Petra gehalten. Die Amarettini sind übrigens eine gelungene Ergänzung! Coole Idee, Petra!
Da ich z.Zt. keine Vanilleschote im Haus habe, habe ich einen Teil des Zuckers durch selbst angesetzten Vanillezucker ersetzt.


Rhabarberkäsestreuselkuchen nach Dagmar


ein saftiger, aromatischer Käsekuchen mit Rhabarber und Streuseln
Quelle: Chili & Ciabatta
Rezept: Freundin v. Bolli


Zutaten (für 1 Backform 26 cm):

Streusel
50g Speisestärke
175g Mehl
50g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 Eigelb (Eiweiß für die Füllung verwenden)
100g Zucker
150g Butter

Füllung
50g Speisestärke
250 ml Milch
80g Zucker
1 Vanilleschote; Mark ausgekratzt
250g Quark (ich habe 20%igen verwendet)
1 Eigelb
2 Eiweiß
2 EL Puderzucker
1 EL Zitronensaft
abgeriebene Zitronenschale

außerdem
50g Amarettini
400g Rhabarber


Zubereitung:

Den Backofen auf 200°C vorheizen.
Zitronenschale abreiben und bereit stellen.
Zutaten für die Füllung bereit stellen.
Amarettini grob zerbröseln. (in TK-Beutel und mit Fleischklopfer bearbeiten oder ähnlich)


Die Zutaten für die Streusel in eine Schüssel geben und verkneten.
Etwa 2/3 des Teiges in eine mit Backpapier ausgelegte Springform (Durchmesser 26 cm; ich:28cm ohne Backpapier) geben und flächendeckend andrücken. Auch etwas Rand nach oben ziehen und andrücken. Den Teigboden etwa 10 Minuten vorbacken, bis er hellbraun ist.

Inzwischen den Rhabarber putzen und in 2-3 cm lange Stücke schneiden.

Für die Füllung die Speisestärke in etwas Milch anrühren. Die restliche Milch mit dem Zucker, Vanillemark und Vanilleschote (ich: Vanillezucker) aufkochen lassen. Die angerührte Speisestärke zugeben und unter kräftigem Rühren nochmals kurz aufkochen.
Quark in einer Schüssel gründlich mit dem Eigelb, Zitronensaft und Zitronenabrieb verrühren. Anschließend in die Milchmasse rühren und unter ständigem Rühren kurz aufkochen lassen.
Den Topf vom Herd nehmen. Vanilleschote entfernen.
Das Eiweiß steif schlagen. Dabei den Puderzucker einrieseln lassen. Anschließend den Eischnee vorsichtig unter die Quarkmasse heben.

Die zerbröselten Amarettini auf den vorgebackenen Boden streuen.
Die Quarkmasse darauf verteilen, glatt streichen und obenauf den Rhabarber geben. Den restlichen Streuselteig aufstreuseln.

Den Kuchen ca. 50 Minuten backen, bis die Streusel Farbe bekommen.

Herrlicher Frühlingskuchen. Bissl aufwändig, aber lohnt die Mühe...


Thursday,19. April 2012

*Tagesspieglein in der Hand, ...

Bernd Matthies - Tagesspiegel
Bernd Matthies - (Genuss-)Redakteur beim Tagesspiegel
© multikulinarisch[es]
... was gibt's Leckeres im Berliner Land?

Dieser Frage geht Bernd Matthies, Redakteur beim Berliner Tages-
spiegel, seit 24 Jahren auf den Grund.


Im Gegensatz zur märchenhaften Vorlage stellt Herr Matthies allerdings keine selbstverliebten Betrachtungen an, sondern nimmt redegewandt und versiert kulinarische Annehmlichkeiten, Neuerungen und Auswüchse der Hauptstadt unter die Lupe.

Bernd Matthies ist seit 1988 Restaurantkritiker für den Tagesspiegel. Nicht aus-
schließlich, auch seine Beiträge zu allgemeinpotitischen Themen sind absolut lesenswert, aber von ganzem Herzen.
Kein Wunder bei einem Mann, der nebst Soziologie- und Volkswirtschaftsstudium und anschließend absolvierter journalistischer Ausbildung, seit jeher leidenschaftlich gerne kocht und mit noch größerer Leidenschaft gerne gut isst.

Neben seiner gastro-kritischen Berichterstattung für den Tagesspiegel hatte Bernd Matthies zudem von 2004 bis 2010 ein Gastspiel mit eigener Kolumne bei der Zeitschrift "Essen und Trinken".

Ich versuche ja auch noch fast 25 Jahren immer noch, unerkannt essen zu gehen, was relativ oft auch gelingt. Vor einigen Jahren saß ich mit meiner Frau in einem italienischen Restaurant in Zehlendorf und hörte plötzlich mittendrin, dass hinter dem Bartresen das Wort "Tagesspiegel" fiel, eingewickelt in einen aufgeregten italienischen Wortschwall.
Ich holte tief Luft und machte mich auf allerhand Theater gefasst - doch die Aufmerksamkeit der Kellner zielte an mir vorbei in Richtung eines einzelnen Gastes im dunklen Anzug, der sich streng über seinen Teller beugte und offenbar dem Klischee eines Tagesspiegel-Restaurantkritikers entsprach.
Er wurde hofiert und bespaßt und kontrolliert, und ich konnte mich ganz und gar unbeachtet auf die Teller und das (relativ anständige) Essen konzentrieren.
Was genau passiert war, habe ich nicht erfahren. Aber leider ist es nicht ganz ungewöhnlich, dass sich Schnorrer als "Matthies vom Tagesspiegel" ausgeben - und damit manchmal auch Erfolg haben. Ich bezahle meine Rechnungen natürlich und gebe mich nicht zu erkennen.



Da der kulinarische Sonntagsteil im Tagesspiegel irgendwann nicht mehr genügend Raum für mitteilungswürdige Gedanken und Genüsse bot, begann Bernd Matthies den Tagesspiegel-Blog namens .
In seiner Online-Kolumne finden sich Buchbesprechungen, Denkanstöße, Restaurantein-
schätzungen und ... Popcorn. Seht selbst!

Auf meine Frage, ob er nach Rezept koche, bekam ich ein entschiedenes 'NIE' zur Antwort. Am ehesten lasse er sich von im Restaurant erlebten Speisen inspirieren, die er dann nach eigenem Gusto interpretiere. Oder er denkt sich komplett was Eigenes aus.
Meine folgerichtig nächste Frage, ob Herr Matthies sich vorstellen könne, ein gut gelungenes eigenes Rezept samt Foto zu verewigen und für die Veröffentlichung auf multikulinarisches zur Verfügung zu stellen, wurde bejaht. Super! Ich freu' mich schon darauf!

Übrigens ist Bernd Matthies nicht nur mit Kochen, Essen und Schreiben zu Gange. Er ist seit 1997 regelmäßig Juror bei den Berliner Meisterköchen und zudem im RBB Kulturradio engagiert.


Ich habe Herrn Matthies vor einem Weilchen in seinem Büro heimgesucht. Zum Einen, um ihn kennen zu lernen und im Blog vorzustellen.
Zum Anderen aber auch in der wagen Hoffnung, dass sich der Tagesspiegel als Berliner Medium für Berlin Food Info, den kulinarischen Blogger-Stadtplan für Berlin interessiert. Tut er. Zumindest Herr Matthies. Mal sehen, was daraus wird...


Monday,16. April 2012

*ShowBiss #1

Im Zuge des Berichts von der Fashion Food-Ausstellung hatte ich angekündigt, eine längere Zeit schwelende Idee in die Tat umzusetzen und eine neue Blogrubrik einzuführen. In ShowBiss werde ich Kunst (bzw. was ich dafür halte) im Zusammenhang mit den Themen Essen & Trinken vorstellen.

Der erste ShowBiss ist ein Foto.
Aufgefallen ist es mir, da es stark an Stilleben aus der Malerei angelehnt ist. Allerdings kamen hier nicht Leinwand und Pinsel zum Einsatz sondern die Kamera. Auch stehen in diesem Szenario nicht Fasan, Trauben und Zitrusfrüchte auf der Tafel, sondern Wurzelgemüse, Kohl und Auberginen. Sieht doch zum Zulangen aus, oder?

© Foto: Adam Kuehl


Besagtes Foto entstand im SCAD Smithfield Cottage im Rahmen einer Installation, um Arbeiten von Studenten und Absolventen des Savannah College of Art and Design in der Fernsehsendung 'Man Shops Glober' vorzustellen.
Gestylt wurde die Szene von Rebecca Gardner.

Hinter der Kamera war Adam Kuehl. Er absolviert am SCAD seinen Master of Fine Arts im Fach Photographie und agiert zudem vollzeit als verantwortlicher College-Fotograf.
Mit seiner freundlichen Erlaubnis, darf ich das Foto an dieser Stelle vorzeigen.
Thanks Adam!

Falls jemand Interesse an Druckgrafiken hat oder weitere Arbeiten von Adam Kuehl bewundern möchte, kann dies auf seiner Website tun:

www.adamkuehl.com


Tuesday,10. April 2012

*Korianderhuhn mit Rhabarber-Gurken-Salsa

Korianderhuhn mit Rhabarber-Gurken-Salsa
Korianderhuhn mit Rhabarber-Gurken-Salsa
© multikulinarisch[es]
Ostern stand bei uns ganz im Zeichen von Erkältung und Rhabarber.

Ersteres war ein lästiges Mitbringsel vom Eisregen-Spaziergang letzte Woche oder vom Babysitten am Freitag. So genau weiß man das ja nie. Plötzlich kratzt der Hals wie blöd, steigt die gefühlte Kopftemperatur etliche Grade, und so weiter und so fort. Ihr kennt das ja...

Jedenfalls lag ich im Bett und Rhabarber im Kühlschrank. Beide sahen wir ähnlich mau aus.
Am Samstag, als es mir anfänglich noch einigermaßen ging, habe ich wie geplant, Hühnchen mit Koriandermarinade und Rhabarber-Gurken-Salsa gemacht. Ein erfrischender Frühlings-Kick-Start.
Den ebenfalls geplanten Rhabarberkuchen habe ich etwas aufgeschoben und erst am Sonntag abend gebacken. Dazu später mehr...

Das Korianderhuhn hatte ich beim Onlinemagazin bon appétit gesehen und für die Rhabarbersaison vorgemerkt. Im Original ist frischer Koriander an der Rhabarber-Gurken-Salsa. Da ich im Umkreis von 10 km keinen frischen Koriander auftreiben kann, und wir uns sowieso noch etwas mit dem Kraut anfreunden müssen, habe ich etwas abgewandelt. Statt des frischen Koriandergrüns, habe ich meine eingefrorenen Korianderwurzeln aus dem Tiefkühler befreit. Diese habe ich geschnippelt und mit an die Marinade mit orientalischem Einschlag gegeben. Das Gericht ist m.E.n. in dieser Form auch für Korianderanfänger gut geeignet.

Die Würzpaste habe ich nicht nur äußerlich aufgetragen, sondern auch unter die Haut gerieben. Ergebnis war ein herrlich aromatisches Hühnerbein mit knuspriger Haut.

Die Beilage ist gut für Freunde des Saurens. Ich hatte statt Koriandergrüns glatte Petersilie dran. Passend zum orientalischen Einschlag habe ich die Hühnerschenkel mit Couscous serviert.


Korianderhuhn mit Rhabarber-Gurken-Salsa


kurze Beschreibung
Quelle: bon appétit


Zutaten (für 4 - 5 Personen):

5 Hühnerschenkel
1 rote Chili
4 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
1,5 EL Sojasauce
2 Olivenöl
6 Korianderwurzeln
1 Salatgurke
300g Rhabarber
1 EL Honig
1 EL Öl
1 TL Limettensaft
einige Stängel glatte Petersilie
Salz
schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Couscous

Zubereitung:

Die Gurke schälen, halbieren und die Kerne entfernen. Das geht in einem Rutsch mit zwei keilförmigen Langsschnitten zur Mitte hin und anschließendem der Länge nach auskratzen mit einem Teelöffel.
Anschließend die Gurkenhälften würfeln.

Den Rhabarber putzen und in kleine Abschnitte würfeln.

Die Chili zerteilen und Samen entfernen.
Die Knoblauchzehen häuten.
Die Zwiebel schälen und halbieren. Eine Hälfte grob hacken.

Den Backofen auf 250°C vorheizen.

Die Korianderwurzeln in Stücke schneiden und diese zusammen mit Chili, Knoblauch und der halben gehackten Zwiebel in einem Mixer bzw. Küchenmaschine pürieren. Olivenöl und Sojasauce zugeben und kurz weiter pürieren, bis sich eine Paste bildet.

Die Hühnerschenkel unter der Haut und außen mit der Paste einreiben und mit der Hautseite nach oben auf ein Backblech legen.
20 bis 25 Minuten im Backofen garen. Wer die Haut nicht knusprig mag, muss ggf. beizeiten etwas Alufolie auflegen.

Währenddessen die Salsa zubereiten.
Gurke und Rhabarber in einer Schüssel mit Honig, Speiseöl, Limettensaft, Pfeffer und Salz vermischen. Zum Abschluss Petersilienblätter einstreuen.

Den Couscous nach Packungsanweisung zubereiten oder für etwas Aroma wie ich eine halbe Zwiebel, 2 Pimentkörner einige Minuten in Salzwasser auskochen, entfernen und in diesem Wasser den Couscous kochen/quellen lassen.

ein Kickstart in den Frühling



Saturday, 7. April 2012

*Kartoffel-Süßkartoffel-Curry

Kartoffel-Süßkartoffel-Curry
Kartoffel-Süßkartoffel-Curry
© multikulinarisch[es]
Statt des auf Twitter angekündig-
ten Menschenfleisches - das muss man jetzt nicht verstehen - verblogge ich überbrückend und völlig fleischlos: Kartoffel-Süßkartoffel-Curry.


Hinsichtlich der bereitliegenden Süßkartoffeln, entschied ich mich, das Kartoffel-Süßkartoffel-Curry nach Ottolenghi zu kochen. Schließlich hatte ich ausnahms-
weise alle geforderten Zutaten parat.

Bildete ich mir zumindest ein! Denn bei der Durchführung stellte ich einen eklatanten Mangel an Gewürznelken fest, der Dank Nachbarin behoben werden konnte. Natürlich fanden sich beim wiederholten Blick in den Gewürzschrank Gewürznelken an, aber kein Zimt... Pfff! Nochmal bimmeln wollte ich nur im Notfall.

Also habe ich das Curry ohne Zimt gekocht und hätte es mir ggf. zum Schluss noch ausgeliehen und eingestreut. War aber nicht nötig. Uns hat es bereits ohne die Zimtzugabe, die vermutlich das Tüpfelchen auf dem i gewesen wäre, sehr gut geschmeckt.
Den Zucker habe ich wegen der Süße der Süßkartoffeln weg gelassen und habe das nicht bereut. Auch die süßliche Paprika habe ich aus diesem Grunde unterschlagen. Das Rezept gebe ich aber vollständig wieder.


Kartoffel-Süßkartofel-Curry


ein duftendes und würziges Currygericht, bei dem die Süße der Süßkartoffeln angenehm ausgeglichen wird
Quelle: Buch: Genussvoll vegetarisch von Yotam Ottolenghi


Zutaten (für 4 Personen):

8 Kardamomkapseln
1 EL Kreuzkümmelsamen (ich: 1/2 EL)
1 EL Koriandersamen
1/2 TL Gewürznelken
2 Prisen Kurkuma
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 TL Zimt (ich: leider ohne)
2 EL Pflanzenöl
12 Schalotten (ca. 300g; ich: Zwiebeln)
1/2 TL braune Senfkörner
1/2 TL Bockshornkleesamen
25 Curryblätter (Asia-Laden)
2 EL frischer Ingwer
1 rote Chilischote (ich: getrocknet)
3 reife Tomaten (ich: 1 große Dose Tomaten)
50 ml Apfelessig
1 EL Zucker (ich: ohne)
400g Kartoffeln (festkochend)
400g Süßkartoffeln
2 kleine rote Paprikaschoten
Salz


Zubereitung:

Die Paprika putzen, entkernen und in 2 cm große Würfel schneiden.
Die Kartoffeln und Süßkartoffeln schälen und in 2,5 cm große Würfel schneiden.
Die Zwiebeln schälen und fein hacken.
Die Chilischote von den Samen befreien und fein hacken.
Falls frische Tomaten verwendet werden, diese häuten und grob hacken.
Ingwer schälen und reiben bzw. sehr fein hacken.

Für die Gewürzmischung Kardamom, Kreuzkümmel und Koriandersamen in einer Pfanne erhitzen, bis sie duften und zu hüpfen beginnen.
Die Gewürze anschließend in einem Mörser zusammen mit den Gewürznelken zerstoßen. Die Reste der Kardamomkapseln heraus klauben, nachdem sie aufgebrochen sind und der Samen sich gelöst hat.
Wenn alles fein zermahlen ist, Kurkuma, Paprikapulver und Zimt zugeben. Beiseite stellen.

In einem Brattopf oder großer Pfanne das Öl erhitzen. Die Schalotten bzw. Zwiebeln, Bockshornkleesamen und Senfkörner hinein geben und bei niedriger bis mittlerer Temperatur anbraten, bis die Schalotten / Zwiebeln bräunen (etwa 8 Minuten).
Die zuvor hergestellte Gewürzmischung, die Curryblätter, den gehackten Ingwer und die Chili einrühren und nochmals 3 Minuten braten.
Anschließend Tomaten, Essig, ggf. Zucker und Salz hinzufügen. Wurden frische Tomaten verwendet zusätzlich 400 ml Wasser zugeben. Bei Dosentomaten braucht es keine weitere Flüssigkeit. Dosentomaten mit dem Holzlöffel etwas zerdrücken.
Das Ganze zum kochen bringen und bei geschlossenem Deckel 20 Minuten köcheln lassen.

Dann die Kartoffel und Paprikawürfel zugeben. Weitere 20 Minuten garen.

Abschließend die Süßkartoffeln zugeben. Ggf. etwas Wasser ergänzen, damit alle Zutaten knapp von Flüssigkeit bedeckt sind.
Zugedeckt nochmals 40 Minuten köcheln lassen, bis die Süßkartoffeln gar sind.

Den Deckel entfernen und das Curry zum Eindicken offen weitere 10 Minuten köcheln lassen.
Mit Reis als Beilage servieren.

ein Geduldsspiel, das sich lohnt...


Suchen : Genussvoll vegetarisch. mediterran-orientalisch-raffiniert
Genussvoll vegetarisch. mediterran-orientalisch-raffiniert
von: Yotam Ottolenghi Yotam Ottolenghi
März 20, 2012
 


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