Friday, 8. January 2010

*Der Knollenmann

Topinambur-Produkte
© multikulinarisch.de
Im Herbst hatte ich seit längerem mal wieder Topinambur in die Hände bekommen und zu Topinambur-
suppe mit karamel-
lisiertem Knoblauch
verkocht. Da mir bis zu diesem Zeitpunkt außer Geschmack und Aussehen wenig über diese Knollen bekannt war, hatte ich recherchiert und stieß auf einen Herrn der Knolle: Georg Lindl von Lindl's erlebte Natur - der Topinambur Manufaktur.

Natürlich ist er nicht der Einzige, der Ansehen und Verfügbarkeit von Topinambur in deutschen Landen Aufwind gibt, (gerade ebend habe ich z.B. einen Bauern im Spreewald entdeckt, der online erdfrische Gemüse verkauft), aber bei der Topinambur Manufaktur Lindl dreht sich der ganze Betrieb AUSSCHLIEßLICH um Topinambur, was doch eher ungewöhnlich ist...

Die Manufaktur gibt es seit Herbst 2008. Bewirtschaftet wird der Betrieb von Herrn Lindl und seiner Frau.

Nachdem wir den Traum vom Leben auf dem Land verwirklicht hatten und uns einen Bauernhof mit 4 ha gekauft haben war die Frage, was wir ökologisch und ökonomisch sinnvoll machen können.
Da ich Umweltpädagoge und Landschaftsarchitekt bin, habe ich eine ganze Menge Ideen was nicht geht und was wir nicht wollen, außerdem haben wir uns gesagt, dass es auf 700 m Höhe im Allgäu auch noch was anderes als Milchviehhaltung geben muss.
Unser Ziel ist es, alles was es aus Topinambur gibt (und was uns sinnvoll erscheint, denn es gibt auch viel Mist) anzubieten.


Das Topinambur stammt aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Produktpalette reicht von frischen Topinamburknollen und Pflanzknollen über Topinambur-Würfel, -Flocken, -Saftpulver, -Granulat, -Toffees, -Kautabletten, -Sirup, -Schnaps, -Likör bis hin zu Topinamburmehl. Auch Heimtiernahrung ist im Angebot...

Aus diesem Grund hatte ich Herrn Lindl kontaktiert und gebeten, mir Informationen über sein Unternehmen und Produkte, sowie ein paar Produktproben zu schicken. Da Herr Lindl so nett war, auf meine Anfrage einzugehen, landete alsbald Post mit 2 Sorten frischer Topinamburknollen, einem Tütchen Topinamburmehl, einer Tüte Topinamburchips und einer Tüte Topinamburflocken an meiner Haustür.

Die Chips haben wir, wie sich das für Chips gehört, bei Fernsehen & Co. weggeknabbert. Im Gegensatz zu Kartoffelchips wurden Sie nicht lasch, wenn sie längere Zeit offen standen. Der typische Topinamburgeschmack bleibt dem Langsam-Esser also erhalten. Nur die Knackigkeit lässt mit der Zeit ein wenig nach. Zudem sind sie als Fernseh-Snack wesentlich gesünder als Kartoffelchips. Das Topinambur verfügt über eine Menge gesundheitsfördernder Eigenschaften und zur Chip-Herstellung wird lediglich getrocknet. Für meinen Geschmack könnten die Chips allerdings noch etwas Pfiff vertragen, aber wie ich aus dem Hause Lindl erfuhr, laufen bereits Chip-Veredlungsexperimente.

Das Topinamburmehl finde ich besonders spannend. Ich wollte es schon seit längerem (zusammen mit den Flocken) und regulären Mehlen zu einem Brot verbacken, aber mein Herr Schatz wollte auf Nachfrage lieber andere Brote. Deshalb werde ich nicht mehr fragen sondern backen. Die Vorbereitungen laufen bereits. Falls es klappt, wird hier berichtet...
Ansonsten hatte ich das Topinamburmehl zum Andicken Grüner Bohnen verwendet, was exzellent mundet (obwohl nur bedingt zum Andicken geeignet - das Mehl löst sich logischerweise kaum auf).

Die beiden Sorten Topinamburknollen 'Gute Gelbe' (nussig, mild) & 'Topstar' (aromatisch) wiesen äußerlich wenig Unterschiede auf, differierten aber deutlich im Geschmack. Ich fand beide Sorten köstlich. Ich hatte den Topinambur geschrubbt, abgetrocknet und in Scheiben in Öl angebraten. Dazu Fischfilet mit Topinambur-Kruste (leider nicht ganz gelungen).
Übrigens kann man Topinambur auch roh, z.B. in Salaten essen...

© multikulinarisch.de


Die Produkte werden online bzw. ab Hof direkt an Endverbraucher verkauft. Den Großhandel können und wollen die beiden wegen der unerwünschten Nebenwirkungen nicht beliefern.

Ich würde gerne die heimische Gastronomie und die Sterneköche Duetschlands beliefern, aber dazu müssen wir erst noch die logistischen Vorraussetzungen schaffen. Wir versenden den Topinambur z.B. ungewaschen, damit er länger frisch bleibt, das ist aber für einen Koch ungünstig. Auch stellt sich da die Frage wieviel Köche noch direkt den Kontakt zum Hersteller haben.


Ich denke, da lässt sich sicherlich noch das eine oder andere Band zu qualitätsbewussten Gastronomen knüpfen. Möglicherweise kann ich als Netzwerkerin helfen derlei Kontakte herzustellen...

Familie Lindl und Ihrer Topinambur Manufaktur wünsche ich jedenfalls weiterhin Freude an der Knolle und gutes Gelingen!

Online-Shop der Topinambur Manufaktur




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Comments

Hallo, liebe Fürsprecherin des Knollenmanns, wenn die Chips ihre Veredelungsphase überstanden haben, würden wir auch gern ein paar knuspern, schließlich haben wir oft Gäste und die sind doch meist auf Gutes und Gesundes bedacht. Und ich...ich hab ja sowieso immer Lust auf was zu Naschen.
Bleib am Ball. `S muß ja nicht gleich ein Zentner sein.
Bis bald, leider schreibt nur Heidi, würde Dir gern mehr Kommentare wünschen...
#1 Heidi (Homepage) on 2010-01-10 12:52 (Reply)
Keine Sorge (wegen der Kommentare). Ist mal mehr, mal weniger...

Übrigens ist das Brot leider süß geworden, da die mit verarbeiteten Topinamburflocken leichte Süße haben. Also eher was für's Müsli oder für süße Brote.
#1.1 multikulinaria (Homepage) on 2010-01-10 18:32 (Reply)

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