Montag,22. Februar 2010

*Forelli, Forella, Forelle...

Katharina (valentinas-kochbuch.de) hat angefangen. Auf Twitter. Mit einer harmlosen Nachricht, dass Sie Forelle zum Mittag macht.

Forellen braten
© multikulinarisch.es


Da ich ebenfalls 2 Exemplare in petto hatte und keinen Plan, wie ich diese zubereiten soll (mein erstes Mal), fragte ich arglos nach, wie Katharina gedenkt, Ihre Forelle zu kochen. Flugs schaltete sich Petra von foodfreak.de dazu und offerierte ein wahrlich verführerisches Rezept mit Thymian und lorbeerisierter Zitrone. Inzwischen tropfte auch Katharina von esskultur.at dermaßen der Zahn, dass sie loseilte und beim Händler ihres Vertrauens eine Riesen-Forelle erstand. Nichtdestotrotz, dass Katharina I Ihre Forelle mit Sauce Hollondaise verspeiste und Katharina II die klassische Variante (wie in diesem Rezept) vorzog, entschied ich mich für die Thymian-Variante von Petra (nach einem Rezept von Jamie Oliver).
Claudia vom Blog Holy Fruitsalad brachte mir am selben Nachmittag von ihrer Fensterbank noch Thymian und Lorbeerlaub mit, so dass einem spontan-fröhlichen Forellen-Braten nix mehr im Wege stand.

Forelle mit Thymian
© multikulinarisch.es


Zutaten für 2 Portionen:

2 Forellen geschuppt und ausgenommen
1 Handvoll frische Thymian-Blätter
1 TL Bergsalz (im O-Rezept: Meersalz)
Pfeffer
3 Esslöffel Olivenöl
1 Zitrone
2 Lorbeerblätter, möglichst frisch

Zubereitung:

Ich befreite meine beiden Forellen am nächsten Morgen aus ihrem Tief(kühl)schlaf. Aufgetaut wurden sie gewaschen (geschuppt waren sie bereits) und trocken getupft. Inzwischen durfte der Backofen auf höchster Stufe vorglühen.

Im Mörser zermalmte bzw. vermengte ich Salz (mangels Meersalz habe ich grobkörniges Bergsalz genommen), Olivenöl und die abgezupften Thymianblättchen. Die Marinade verteilte ich innen und außen auf den beiden Forellen.

Die unbehandelte und gewaschene Zitrone wurde halbiert und jede Hälfte mit jeweils 2 halben Lorbeerblättern bestückt. Ich hatte mir sagen lassen, dass man Lorbeer brechen solle, um intensivere Geschmackserlebnisse zu erzielen. Ein bisschen bitter war die Zitrone dann auch. Beim nächsten Mal würde ich wohl etwas weniger Lorbeer nehmen, bzw. diesen nicht komplett in der Zitrone versenken...
Anfangs hatte ich das abgeflachte Ende der Zitrone auf dem Blech (wozu sonst abflachen?), hab's mir aber anders überlegt und
Die Forellen und Zitronenhälften verfrachtete ich in eine Bratenform (ein Backblech tut's auch) und dann ab in den Ofen. Womöglich ist mein Backofen etwas schwächer auf der Brust, als der von Petra. Jedenfalls benötigten meine Forellen ca. 8 statt 5 Minuten, um nicht nur durch zu garen, sondern auch knusprig zu werden. Habe sogar für etwa eine Minute den Grill zugeschaltet, um die Haut noch etwas krosser zu bekommen und war - abgesehen von der Rauch- und Geruchsentwicklung in meiner Küche - mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

An welcher Stelle der Pfeffer in's Spiel kommen sollte, wurde nicht ganz klar. Das war wohl der Grund, weshalb ich ihn komplett vergessen habe. Die süßlich karamelisierte (in unserem Fall süßlich mit Bitteraromen) Zitrone wird über den Forellen ausgepresst. Habe ich leider überlesen. Wir haben das weiche Fruchtfleisch zur Forelle gegessen. War ebenfalls köstlich! Dazu gab's bei uns Salzkartoffeln und grüne Bohnen mit Knoblauch.

Mein Herr Schatz und ich waren von diesem Essen total angetan. Ich vermute sogar, dass meine Mutter, die wegen Kindheitstrauma überhaupt keinen Fisch mag, in einem unbeobachteten Moment davon naschen würde...
Ohne Euch wäre das allerdings nix geworden. Also: Danke Petra! Danke Claudia! Katharina und Katharina, Euch kann ich nur empfehlen, diese Variante mal zu probieren. Und Jedermann sonst auch...

Kommentare

sehr nett geschrieben. wie einen die neuen medien an den herd locken...
#1 katha (Homepage) am 22.02.2010 17:54 (Antwort)
Das kam dem berühmten Schmetterlingseffekt schon sehr nahe ;o)
#1.1 multikulinaria (Homepage) am 22.02.2010 20:01 (Antwort)
Twittern gefährdet ihren Appetit, zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie auf Twitter oder gleich Ihre MitbloggerInnen.
#2 Ulrike (Homepage) am 22.02.2010 20:14 (Antwort)
In diesem Fall wirkte Twitter eher appetitanregend (mit den entsprechenden Nebenwirkungen)...
#2.1 multikulinaria (Homepage) am 23.02.2010 10:15 (Antwort)
Das war fast wie ein gemeinsames Essen - sehr schön. Irgendwann schaffen wir es dann alle zusammen, so ganz wahrhaftig! Hast Du sehr schön beschrieben!
#3 Katharina (Homepage) am 22.02.2010 21:56 (Antwort)
O ja!
#3.1 multikulinaria (Homepage) am 23.02.2010 10:25 (Antwort)
Freut mich dass es gemundet hat :-)
#4 Foodfreak (Homepage) am 22.02.2010 21:57 (Antwort)
Absolut! Kommt wieder mal auf den Tisch.

Hat das bei Dir auch so mörderisch gequalmt? Bei 4 Forellen wahrscheinlich noch übler, oder?
#4.1 multikulinaria (Homepage) am 23.02.2010 10:24 (Antwort)
Ich bekomme auch immer tollen input via Twitter!
#5 tobias kocht! (Homepage) am 25.02.2010 18:04 (Antwort)
Man könnte meinen, ohne Blogs und Twitter wäre das Leben öd' und leer ;o) Aber definitiv kulinarisch weniger inspirierend...
#5.1 multikulinaria (Homepage) am 26.02.2010 10:31 (Antwort)
Bei diesen Beschreibungen könnte fast ich sogar zum Fischesser werden, aber wenns beim Zubereiten so qualmt...
#6 Heidi (Homepage) am 01.03.2010 20:00 (Antwort)
Vielleicht qualmt es bei frischen Forellen weniger? Das nächste Mal lüfte ich jedenfalls gleich besser, dann geht das schon...
#6.1 multikulinaria (Homepage) am 01.03.2010 20:18 (Antwort)
Du hast mich ertappt auf meinen heimlichen Gedankengängen von wegen mal ganz vorsichtig so ein knuspriges Häppchen probieren..
#7 Heidi (Homepage) am 02.03.2010 12:04 (Antwort)

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