Sunday,19. September 2010
*Kaffeeklatsch mit Heiko Antoniewicz

Ich gehöre ja bekanntlich nicht zur Zunft der Food-Journalisten, die im Schlaf die Stammbäume sämtlicher hochkarätiger Köche, sowie Auszeichnungen jedes erdenklichen Restaurants mit exakter Datierung plus aktueller Speisekarte herbeten können.
Deshalb treffe ich i.d.R. unvoreingenommen (aber nicht unvorbereitet) auf spannende Menschen. So geschehen, Ende August, bei einer Verabredung mit dem fesch-gestreiften Heiko Antoniewicz, der sich während
eines Berlin-Termines Zeit für
einen Plausch mit mir nahm.
Deshalb treffe ich i.d.R. unvoreingenommen (aber nicht unvorbereitet) auf spannende Menschen. So geschehen, Ende August, bei einer Verabredung mit dem fesch-gestreiften Heiko Antoniewicz, der sich während
eines Berlin-Termines Zeit für
einen Plausch mit mir nahm.
Heiko Antoniewicz, der in Dortmund, Aachen und Essen eine vorerst klassische Ausbildung und Karrierebeginn genoss, begann frühzeitig, sich für technische Rafinessen der molekularen Küche zu interessieren und für seine Kreationen zu adaptieren. Molekulare Küche bedeutet, die physikalischen und chemischen Prozesse beim Kochen zu kennen und über das gewohnte Maß hinaus nutzbar zu machen, sowie Strukturen von Lebensmitteln zu verändern - ein Vorgang der bei Vorgängen wie Spiegelei braten ganz selbstverständlich passiert.
Obwohl von Kollegen gern als ‚unnötige Spielerei‘ abgetan, haben sich einige Methoden und Verfahren der molekularen Küche durchaus auch in klassischen Küchen als Standard etabliert. Dazu gehören z.B. das Aufschäumen von Flüssigkeiten (Espumas) und das Niedrigtemperaturgaren. Namens- und Ideegeber für die Erforschung und Zunutzemachung physikalischer und chemischer Vorgänge beim Kochen war der Ungar Nicholas Kurtie. (siehe hier).
Initialzündung für Heiko, sich eingehender mit der Thematik zu befassen, war eine Begegnung mit Ferran Adrià während eines Vortrages zum Thema Espuma-Technik.
Heiko, der mit Begeisterung, Talent und Kreativität kulinarische Kunstwerke erschuf, betrieb in den neunziger Jahren gemeinsam mit Patissiere Monika Wechsler den Tafelservice ‚Art Manger‘. Für das 1998 dazu gekommene gleichnamige Restaurant gab es sogleich einen Stern.
2005 wurde Heiko Antoniewicz von der Fachzeitschrift 'Catering Inside' als 'Magier der molekularen Küche' betitelt. Auch wurde er mit seinem damaligen Arbeitgeber, dem Frankfurter Caterer 'Kofler und Company' 2 mal Caterer des Jahres. Seit 2006 ist Heiko selbständiger Trainer und Berater im Bereich molekulare Küche, Catering, Qualitätsmanagement und Produktentwicklung.
Bei aller Experimentierfreude stehen aber immer Geschmack und Genuss im Vordergrund, nicht Effekte. Auch kommen nur natürliche Texturgeber zum Einsatz. Dass er mit dieser Strategie wohl so einiges richtig gemacht hat, belegen die Auszeichnungen und gefragte Fachkompetenz.
Neben viel positiver Gastro-Kritik und spannenden Kooperationen (Projekt INICON) gab es zudem auch royale Karriere-Highlights. So kochte Heiko 1988 am Menü für den damaligen Kronprinzen Harald von Norwegen mit, erfreute Queen Elisabeth II 2005 mit seinem königlichen Menü und bescherte bei Staatsempfängen unserer Bundeskanzlerin samt Gästen 2006 erstklassige Gaumenfreuden. Natürlich war ich neugierig und fragte Heiko, ob das von ihm entworfene Queen-Elisabeth-II-Menü bei ihm zu Hause gerahmt an der Wand hängt. Na, logo!
Heiko Antoniewicz arbeitet eng mit dem Technologietransferzenter zusammen. Dort wird weiterhin an Techniken und natürlichen Strukturgebern geforscht und gefeilt. Heiko implementiert dies neue Wissen in seine Arbeit und Beratungstätigkeit. So lehrt er z.B. 2 mal jährlich in Kulala Lumpur, aber auch an der Hotefachschule Heidelberg.
Heiko empfindet Training der jungen Koch-Generation als wichtig und genießt den Kontakt bzw. Austausch.
Zusätzlich bietet Heiko eigene Kurse (in Kooperation mit WIHOGA Dortmund) an. Die Termine finden sich im internationalen Gourmetkalender:
Kurse mit Heiko AntoniewiczBezüglich Produktpolitik hat Holger Antoniewicz eine klare Devise: Global denken, aber regional einkaufen. In diesem Zusammenhang leicht irritiert hat mich seine Zusammenarbeit mit Unilever. Auf Messen kocht Heiko am Stand des Branchenriesen, verwendet allerdings nicht deren Zusatzstoff-beladenen Produkte. [Schade eigentlich, dass Spitzenköche ihre Popularität nicht nutzen, um wirklich gute Marken kleinerer Manufakturen zu fördern...]
Als Resultat seiner kreativ-kulinarischen Arbeit entstehen so fast nebenbei Ideen und Material für eine Reihe hochkarätiger Bücher. Bisher erschienen sind:
Wenn alles klappt, wird Heiko aus dem kürzlich erschienenen Buch 'Brot' netterweise ein Rezept für diesen Blog beisteuern.
Das nächste Buch (sous vide Garen - erscheint 2011) ist bereits fertig geschrieben und 4 Weitere sind in Planung.
Auf meine Frage, was ihn für seine Arbeit inspiriert bekam ich die Antwort: Mode, Architektur, die Arbeit von Kollegen (nur als Anregung selbstverständlich
Kaffeeklatsch mit Heiko Antoniewicz Posted by multikulinaria (Peggy Schatz+)
in Kulinariker-Portrait at
16:32
[Comments: 0]
[Comments: 0]









Blog abonnieren













| 






![multikulinarisch[es] bei Facebook](http://www.multikulinarisch.es/uploads/images/facebook_kl.gif)
![multikulinarisch[es] bei Google+](http://www.multikulinarisch.es/uploads/images/google_kl.gif)
![multikulinarisch[es] bei Pinterest](http://www.multikulinarisch.es/uploads/images/pinterest_kl.gif)



