Wednesday,19. October 2011

*Mit Birgit bei Tamara

Tamaras Weinstube Zum Guten Hirten in Konstanz
© multikulinarisch[es]
Dank der Gastfreundschaft 2er Freunde, verlebten wir einige Tage in Konstanz.

Da sich das schnuckelige Städtchen am Bodensee dieses Mal bei schönem Wetter präsentierte, war beim abendlichen Flanieren durch die Gassen Konstanz' kein Vorbeikommen an Tamaras Weinstübchen.

Rustikale Holzmöbel, anständige Blumen auf den Tischen, die hübsch erstrahlte rot-weiße Fassade des Gebäudes mit all ihren Blumenkästen und die Schar fröhlicher Weintrinker außen vor, luden zum Verweilen ein.

Freudig überrascht hat mich die üppige Weinkarte mit Weinen aus der Region und die günstigen Preise eben jener. Da wir am Tag des ersten Besuchs bei Tamara zuvor auf die Insel Reichenau geradelt waren, fiel die Weinauswahl auf einen Müller-Thurgau aus Reichenau. Bei diesem wohlschmeckenden Tröpfchen blieb ich auch beim folgenden Besuch.

Dieses Mal in Begleitung von Bloggerin Birgit. Birgit kannte ich bisher nur virtuell von ihrem tollen Blog Cosycooking. Als sie zwischen den Zeilen las, dass wir nach Konstanz reisen, vereinbarten wir ein Treffen. Bevor wir mit einem Gläschen Reichenauer Weißweins zum gemütlichen Teil übergehen konnten musste Birgit erst einmal eine 3/4 Stunde von einem schweizerischen Zipfel des Bodensees anreisen und sich durch den Berufsverkehr quälen. Danke dafür! Ebenso für die mitgebrachte köstliche Aprikosenmarmelade!

Ein drittes Mal frequentierte ich Tamaras Weinstübchen, um mehr über das Haus mit der hübschen Fassade, das Relief 'Vom guten Hirt', Tamara und ihr Weinstübchen zu erfragen. Diesmal bei Regen und ohne Wein...

Offiziell heißt das Weinlokal 'Zum guten Hirten'. Benannt nach dem markanten Relief von Steinmetz Hans Morinck (1608) über dem Spitzbogen-Portal.
Das Gebäude in der Zollernstraße stammt aus dem 15./16. Jh. Das untere Geschoss diente als Stall, bevor es im Wandel der Zeit (unter anderem) als Kneipe 'Turgauer Hof' diente. Seit 1970 beherbergt das Erdgeschoss eine Weinstube, sowie den Frühstücksraum der Hotel-Pension 'Gretel'.

Tamara, die Betreiberin und Gute Seele des Weinlokals ist seit 20 Jahren Weinwirtin. Nach 15 Jahren in einer traditionellen Konstanzer Weinstube übernahm sie vor 5 Jahren, wegen der Möglichkeit zur Außenbewirtung, die Weinstube 'Zum guten Hirten', besser bekannt als 'Tamaras Weinstube' bzw. 'bei Tamara'.

Stammgäste werden von der Wirtin alter Schule per Handschlag begrüßt. Auch Neulinge und Fremdlinge sind bei Tamara herzlich willkommen und werden persönlich gegrüßt. Die ca. 20% Urlauber wärend der Sommermonate werden kurzum in's Geschehen integriert. Keine Selbstverständlichkeit für diese Region! Auch nicht für Tamaras Stammgäste. Aber Tamara bringt dank ihrer burschikosen, fröhlichen Art ihrer Stammkundschaft den vorurteilsfreien Umgang mit Auswärtigen schonend bei ...

Übrigens stirbt die Weinstubentradition in Konstanz leider aus. War die Konstanzer Altstadt früher als Wein-Bermuda-Dreieck verrufen, gibt es dort heute nur noch wenige Weinstuben.

Die Weine bei Tamara kommen vorwiegend aus der Bodenseeregion von kleinen Weingütern. Deshalb sind gute Tropfen auch nicht ewig vorrätig. So war der Wein von der Insel Reichenau bis auf die von mir bevorzugte halbtrockene Sorte, bereits seit August ausverkauft.
Regionale Weine gibt es bei Tamara als Viertele (250 ml) zu erfreulichen 3,40 bis knapp über 4 Euro. Dazu hausgemachte Kleinigkeiten für den Hunger zwischendurch.

Weinstübchen Zum Guten Hirten in Konstanz
© multikulinarisch[es]


Weinstube Zum guten Hirten
Zollernstraße 6-8
78462 Konstanz
www.tamaras-weinstube.de

Öffnungszeiten:
Mo - Sa 16.00 bis 01.00
Sonn- und Feiertags geschlossen


Merk' ich mir für's nächste Mal...

Bewertung bei Restaurant-Kritik




Friday, 2. July 2010

*Viniculture

Viniculture Event
© Courtesy of Viniculture
Neulich war ich mit Christoph, dem Organisator des 1.Berliner Diner En Blanc's verabredet. Dies historische Treffen fand in den freundlichen Räumlichkeiten der Weinhandlung Viniculture in Berlin Charlottenburg statt. Eigentlich war geplant, ein weiteres Gespräch mit Holger Schwarz, dem Geschäftsführer von Viniculture zu führen, der zur Verkostung eingeladen hatte. Nur leider reichte unser beider Zeit am Ende nicht aus und wir griffen auf alternative Kommunikationsmittel zurück, um das Gespräch zu führen:


mk: Viniculture gibt es seit 1984 am Savignyplatz. Warst Du zuvor auch schon im Weinhandel zu Hause? Falls nicht, aus welcher beruflichen Ecke kommst Du?

H.S.: Meine Familie väterlicherseits kommt aus der Weinbrache. Mein Großvater war Weinhändler in der nähe von Landau/Pfalz. Der eine Onkel hatte eine Rebschule, der andere war Kellermeister vom Weingut Müller-Catoir.
Ich selbst hatte in der Gastronomie gelernt und bin dann während meiner Zeit in London in den Weinhandel (Oddbins) gewechselt. An Abschlüssen und Wettbewerben habe ich kaum was ausgelassen. z.B. Hotelfachschule Heidelberg (1991, staatl. geprüfter Sommelier), WSET- Diploma (2005), Deutscher Meister der Weinfachberater (2005). Seit 1996 war ich in der Weinhandlung Viniculture angestellt, 2006 habe ich den Betrieb übernommen.

Holger Schwarz, Geschäftsführer Viniculture
Holger Schwarz, Geschäftsführer
© Courtesy of Viniculture


mk: In Berlin ist die Dichte an Weinhandlungen recht hoch. In welchen Facetten unterscheidet ViniCulture sich von anderen Geschäften? Die Berliner (insbesondere Charlottenburger) dürften kulinarisch und vinophil ziemlich verwöhnt sein. Wünscht Ihr Euch manchmal woanders hin?

H.S.: Nein, der Standort ist bestens. Es ist doch hilfreich, wenn die Anwohner verwöhnt sind. Wir konzentrieren uns ja auf handwerklich produzierte Weine kleinerer Güter und die haben eben ihren Preis. In den letzten Jahren haben wir zunehmend biodynamische Weine und Naturweine (nicht geschwefelt, nicht geschönt) aufgenommen, die z.T. deutschlandweit nur bei uns zu beziehen sind. Der Geschmack ist wirklich ganz anders, das hat mit "normalen" Bio-Weinen nichts zu tun. Eine Herausforderung - auch für uns. Es macht auf jeden Fall eine Menge Spaß.


mk: Ein Ladengeschäft hat gewisse räumliche Restriktionen. Inwiefern beeinflusst dies Euer Sortiment bzw. Ausrichtung des Angebotes. Bedeutet es letztendlich gar einen Vor- statt Nachteil?

H.S.: Das Ladengeschäft hat ca. 130 qm. Da ist eine Menge Platz zur Präsentation des Angebots.Außerdem haben wir auf den kitschigen Schnickschnack bewußt verzichtet. Unsere Weine sind spektakulär genug, die brauchen keine romantische Verklärung.Wichtig ist eher die Haltung und Überzeugung der Mitarbeiter. Wir sind alle mit unserem Herzblut bei der Sache. Der offene Verkaufsraum bietet auch genug Platz für unsere Seminare und Veranstaltungen, die regen Zuspruch finden.

Viniculture in Berlin Charlottenburg
Viniculture (Berlin Charlottenburg)
© Courtesy of Viniculture


mk: Gibt es die Radiosendungen auf Inforadio noch? Welche Kanäle nutzt Ihr (außer Facebook), um auf Eure Veranstaltungen und Angebot aufmerksam zu machen?

H.S.: Ja, ich berichte noch ab und zu im inforadio über bestimmte Weinthemen. Sehr hilfreich (und kostengünstig) ist unser Viniculture-Newsletter (Anmeldung: hier ). Den schreibe ich selbst - und er wird gerne gelesen. Es ist keine reine Verkaufsinfo, sondern zeigt auch immer eine persönliche Note. Da wird beispielsweise auch mal ein besonders guter Metzger empfohlen. für größere Veranstaltungen wie "Meet The Winzers" und den WeinClub Berlin gibt es auch klassische Post.

Viniculture nahe Savignyplatz
Viniculture nahe Savignyplatz
© multikulinarisch[es]


mk: Ist für Jemanden, der aktiv soziale Netzwerke nutzt, noch dazu in einer intensiv vernetzten Branche, Kooperation ebenso wichtig wie Konkurrenz? Wer sind Eure Partner und warum?

H.S.: Konkurrenz ist natürlich da, wir führen aber zunehmend ganz kleine Individualisten, da gibts gerade genug für uns. Es gibt mittlerweile auch Anfragen aus dem Ausland (vor allem für ungeschwefelte Weine). Davor haben viele Kollegen Angst: sie befürchten diese Weine könnten schnell umkippen. Unsere Erfahrung ist gegenteilig; sie halten sich -einmal geöffnet und in den Kühlschrank gestellt- sogar noch länger genussfähig als konventionelle Weine.
Partner: Natürlich ist der Kontakt mit Multiplikatoren wichtig (Sommeliers, Weinschreiber, aber auch privaten Semi-Professionellen). Zudem ist Viniculture Gründungsmitglied des WEINBUND Berlin mit regelmäßigen Präsentationen und gemeinsamen Veranstaltungen. Durch diese bekommt man auch ein Gefühl dafür, wie der eigene Betrieb wahrgenommen wird.


mk: Ich durfte neulich bei Eurer Verkostung dabei sein. Wie häufig finden offene Verkostungen statt? Nehmt Ihr die bei Verkostungen vorgestellten Weine bzw. Weingüter in das reguläre Sortiment auf oder gibt es diese nur temporär?

H.S.: An jedem letzten Sonnabend (12 bis 18 Uhr) im Monat gibt es eine offene Weinprobe mit den Neuentdeckungen aber auch jahreszeitlich passenden oder ungewöhnlichen Weinen. Dazu frisches Landbrot und Käse.Der Eintritt ist frei.
Daneben unsere Seminare, etwa alle 2 Wochen (siehe Veranstaltungs-Pdf).
Zusätzlich noch Degustations-Menüs in Restaurants, z.B. am 5. September: VDP-Weine und Spezialitäten aus Sichuan und Shanghai im Restaurant Hot Spot. Größere Veranstaltungen sind z.B. "Meet The Winzers", zu denen Winzer aus ganz Europa anreisen und ihre Weine im Ladengeschäft vorstellen. Außerdem natürlich der WeinClub Berlin (s. unten).

Viniculture Verkostungen u. Veranstaltungen
Viniculture Verkostungen u. Veranstaltungen
© Courtesy of Viniculture


mk: Zum Abschluss eine Frage nach Eurem geheimnisumwitterten Kellergewölbe. Wer oder was lagert da und wer darf da zu welchem Anlass rein?

H.S.: Unser Weinlager befindet sich in einem tiefen 600 qm-Gewölbekeller einer ehemaligen Brauerei in Kreuzberg. Dort veranstalten wir jede zwei Jahre am ersten Advents-Sonnabend den "WeinClub Berlin" mit unseren Winzern, Stuart Pigotts PeepShow, bekannten DJs und vielen Gästen. Letztes Jahr zählten wir über 600 Besucher.
Bilder: hier
Das ist natürlich ein enormer Aufwand. Das gesamte Weinlager muss verlegt werden, allein für Beleuchtung und Beschallung waren zwei Sattelschlepper notwendig. Dazu mobile sanitäre Anlagen, Heizkörper, ca. 1800 belegte Schnittchen, ein paar hundert Flaschen Wein, viele km Kabel, 12 Meter Garderobe, usw. Ein ziemlicher Kraftakt, deshalb aber auch nur alle 2 Jahre.
Der Keller kann allerdings für Foto-Aufnahmen gemietet werden.

Vielen Dank Holger, für das quasi-Gespräch!

Eine Frage ist indess noch offen geblieben. Von wem stammen die wechselnden, sehr ansprechenden Kunstwerke in den Räumen von Viniculture? Diese Frage beantwortet Ihnen Holger Schwarz bestimmt gern persönlich. Bei Ihrem nächsten Besuch im Viniculture...

Viniculture GmbH
Grolmanstraße 44-45
10623 Berlin

http://www.viniculture.de


Monday,21. June 2010

*blaues Blut und edler Wein

Weingut Schloss Proschwitz und Meißner Dom
© [multikulinarisches]

Beim Kurzurlaub in Dresden anlässlich Klassentreffen (25 Jahre soll Schule schon her sein?) stand auch das unweit Dresdens gelegene Prädikatsweingut Schloss Proschwitz auf meinem Programm. Dr. Georg Prinz zur Lippe, Inhaber und Geschäftsführer des Weingutes, hatte ich bei der GutsWein im vergangenen Jahr kurz kennen gelernt. Diesen roten Faden wollte ich nun aufnehmen und seinem Weingut einen Besuch abstatten. Ich hatte mich bereits im Vorfeld erkundigt und angekündigt. Alles war bereit und selbst das Wetter zeigte sich von seiner allerbesten Seite.

Das Weingut Proschwitz befindet sich in einem hübsch restaurierten Vierseitenhof im kleinen Örtchen Zadel oberhalb der Porzellan-Stadt Meißen. Neben dem Weinkeller und den Büros sind dort eine gemütliche Pension, ein vorzügliches Restaurant und - für Vor-Ort-Verkostung und Verkauf - eine Vinothek untergebracht.

Vinothek im Weingut Proschwitz
© [multikulinarisches]


Diese war auch unsere erste Anlaufstelle, nachdem uns (mein Herr Schatz war zu diesem Zeitpunkt mit dabei) Herr Fiedler vom Marketing mit einem herrlich kühlen Pinot Rose, einem Spätburgunder-Rose-Sekt aus der Sektkellerei Speyer, begrüßt hatte. In dem angenehm temperiertem Raum der Vinothek zeigte uns Herr Fiedler Fotos vom traurigen Zustand des 300 Jahre alten Gehöfts, bevor es in seinen jetzigen schmucken Zustand versetzt wurde.

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Friday,28. May 2010

*5. September schon mal vormerken...

J. Rudolph (Galerie Jette Rudolph), J. Rust (me Collectors Room),
S. Christmann (VDP-Präsident), S. Grossmann (Galerie Gebr. Lehmann) [v.l.n.r.]
© [multikulinarisches]
Gestern hatte der VDP (Verein Deutscher Prädikats-
weingüter)
zu einer Presserunde in die Ausstellungs-
räume des 'me Collectors Room' eingeladen. Auf Sitzwürfeln im Strick-
mäntelchen (konnte nicht umhin an unselige Auto-Rückbank-Accesoires längst vergangener Zeiten erinnert zu werden), fröhlich-gelben Sofas und bequemen Relax-Stühlen versammelte sich ein Trupp Schreiberlinge und ein Fernsehteam, um den Ausführungen zum geplanten VDP-Jubiläums-Event zu lauschen und nebenher edle Tropfen deutscher VDP-Spitzenwinzer zu verkosten.

Matthias Wellmer von der Berliner Agentur Arts& Friends weihte uns in die Pläne des VDP ein, den 100. Geburtstag des Vereins Deutscher Prädikatsweingüter in Berlin, und zwar in zuvor nicht dagewesener Symbiose mit der ansässigen Kunstszene, würdevoll zu begehen.
In über 70 der spannendsten Berliner Galerien können am 5. Septmber Kunstliebhaber und Weinliebhaber, sowie Interessenten, welch sich keiner dieser Interessensgruppen zuzählen, exzellente Kunst und Spitzen-Weine genießen. Sämtliche VDP-Weingüter (196 an der Zahl) werden mit Ihren edlen Tropfen präsent sein.

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Thursday,29. April 2010

*Weinreise-Planer

Kürzlich bin ich auf eine Website aufmerksam geworden, die für Liebhaber französischer, spanischer und italienischer Weine und Lebensart sehr interesssant sein dürfte. Allerdings nur, sofern englische Sprachkenntnisse vorhanden sind...
Der Weinreise-Planer stellt auf seiner Website 1200 Seiten gebündelter und gut strukturierter Informationen für individuell reisende Wein-Liebhaber, und solche die es werden wollen, zur Verfügung.

Frankreich Weinreise
© courtesy of winetravelguides.com


Für die genannten Weinreise-Länder, aber insbesondere für Frankreich, finden sich
  • eine Übersicht (grafisch und Liste) der Weinregionen
  • eine Kurzbeschreibung der jeweiligen Region, sowie
  • eine Auflistung der Mikro-Weinregionen in diesem Gebiet

Frankreich ist mit den Wein-Regionen Bordeaux, Burgund, Champagne, Elsass, Loire Tal, Rhône Tal, Provence, Languedoc Roussillon, Südwest-Frankreich, Jura und Savoie gelistet, während Italien mit der Toskana und Spanien mit Rioja vertreten sind. Für Italien sind weitere Wein-Guides in Vorbereitung.

An dieser Stelle angelangt, hat der Leser die Möglichkeit, im Weinreise-Führer online weiter zu stöbern (dazu gleich mehr) oder sich gegen einen angemessenen Obulus den Weinreise-Führer für diese Micro-Region zum Ausdrucken freigeben zu lassen.

Wer sich für die Online-Variante entscheidet, oder erst mal schauen möchte, inwieweit die Region und dazu aufgeführten Informationen für die nächste Weinreise nützlich sein könnten, sollte nun sein Augenmerk auf die linke Navigationsleiste lenken.
Hier finden sich gut strukturiert jeweils
  • eine ausführliche Beschreibung der Mikro-Weinregion (inklusive Geografie und Anreise),
  • Liste der Winzer und Hinweis, wie man am besten mit diesen kommuniziert um eine Weinverkostung zu vereinbaren
  • eine Übersicht über bedeutende oder eindrucksvolle Städte und Dörfer mit ihren Besonderheiten,
  • Shopping-Quellen für Wein und Spezialitäten, Handwerk, Regionales und Schmackhaftes,
  • Adressen empfohlener Übernachtungsmöglichkeiten
  • Restaurants (zusätzlich zu den Restaurants der einzelnen Weingüter)
  • Attraktionen u. Ausflugsziele (mit Bezug zu Wein und ohne getrennt gelistet)
  • Veranstaltungen
  • Lebensmittelspezialitäten im Kurzportrait
  • besondere Weine der Region
  • Rebsorten
  • Wissenswertes zu den Weinen der Region
  • Weinwanderrouten und Wein-Autorouten
  • Reiseplanungsvorschläge für 1 oder 2 Tages-Besuche
  • Vorstellung des/der Autoren
  • Landkarte der Region

Ausschnitt Tourenvorschlag / Wein-Reiseführer
© courtesy of winetravelguides.com


Ausgehend von den Übersichtsseiten gelangt man widerum auf die Detailseiten der einzelnen Weingüter, Shops, Restaurants, etc. mit Kurzbeschreibung, Adresse, Landkarte, Kontaktdaten, Öffnungszeiten, usw.

Seit 2009 gibt es für Frankreich einen weiteren, allerdings kostenpflichtigen Service. Den individuell zugeschnittenen Weinreise-Planer. Hier kann der interessierte potentielle Weinreisende (vor allem jene ohne Kenntnisse der französischen Wein-Regionen) auf der Website seine gewünschte Region, Reisezeitraum, Wein-Interessen, Übernachtungs-Budget, gewünschte Anzahl Winzerbesuche und sonstige persönliche Präferenzen angeben und erhält einen individuell auf ihn zugeschnittenen Tourenvorschlag. Im Preis inbegriffen sind die Mikro-Guides der jeweiligen Weingegenden. Hier ein Beispiel für solch einen personalisierten Reiseplan (PDF).


Zusammenfassung:

Website: winetravelguides.com
Blog: blog.winetravelguides.com
Service:
  • detaillierte Beschreibung diverser Wein-Regionen in Frankreich, Italien, Spanien
  • ausführlicher Individual-Weinreiseplaner für Frankreich

Plus: gut strukturiereter, umfangreicher und kostenfreier Online-Service
Minus: leider nur auf englisch

Friday,22. January 2010

*keinen Schimmer von Gambero Rosso

Vorgestern fand im Hotel de Rome in Berlin die

Präsentation italienischer Spitzenweine - Gambero Rosso Roadshow

- statt und ich war eingeladen.




Da stand ich nun, mit Weinführer und Weinglas bewaffnet in einer hohen Halle mit riesigen Lüstern, umgeben von Fachpublikum, das im Gegensatz zu mir, offensichtlich ganz genau wusste, was es dort tat. Zum Glück waren mir von vorangegangenen Weinpräsenationen die Abläufe nicht fremd, so dass ich mich unauffällig unter die fröhlich verkostende Menge mischen und den einen oder anderen Tropfen probieren konnte. Selbstverständlich mit allem Brimborium, das dazugehört: Schwenken des Weines im Glas, tief in's Glas schnuppern und beim Kosten den Schluck im Mund wälzen, etc.

Nur leider kenne ich mich noch nicht einmal ansatzweise mit italienischen Weinen aus. Um diesem Notstand ein Ende zu bereiten, hatte ich mich zu einem der am Verkostungstag angebotenen Seminare angemeldet. Zum Glück musste ich mich nicht alleine den 20 in Reih und Glied wartenden Gläsern stellen. Zu meiner Überraschung und Freude traf ich nämlich nicht nur M. Pleitgen (Weinakademie Berlin) und Martin Zwick (BerlinKitchen) bei der Gambero Rosso Roadshow an, sondern auch Katharina vom Blog Valentinas-Kochbuch, die ebenfalls zum Wein-Seminar angemeldet war. Zudem entdeckte ich Stuart Pigott (sympatischer & exzentrischer Weinautor), den ich bei der Wein hilft-Auktion erstmalig live erlebte...

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Sunday,29. November 2009

*WeinBerlin 09

WeinBerlin 09
WeinBerlin 09
© multikulinarisch.de
Den gestrigen Abend verbrachte ich in illustrer Gesellschaft namhafter Winzer und deren Weinen auf der Weinmesse WeinBerlin. Anders als bei der GutsWein vor einigen Monaten (über die es im Blog keinen Bericht gibt, da ein vereinbarter Gastbeitrag leider ausblieb und dann einfach der richtige Zeitpunkt vorbei war , obwohl definitiv eine hochkarätige und spannende Veranstaltung) bestand das Publikum der WeinBerlin nicht aus Fachbesuchern. Gestern wurden die Halle des ‚dbb forums‘ hauptsächlich von Paaren (älteren und jüngeren Semesters) und ganzen Familien bevölkert. Einige waren augenscheinlich Stammkunden bzw. regelmäßige Weinmesse-Besucher und mit den Winzern per Du. Während die Erwachsenen diverse Weine verkosteten oder Pläuschen mit den Winzern hielten, blieb den gelangweilten Kindern nichts anderes übrig, als sich an die Brotkörbe zu halten...

Zur Verkostung standen ca 900 Weine von rund 70 unabhängigen Weinbaubetrieben und Winzergenossenschaften. "Weine mit Charakter, deren Herkunft man schmecken kann und die noch die Handschrift des Winzers tragen".
Die Weine des Jahrganges 2008 sind wegen des optimalen Vegetationsverlaufs beachtlich. "Leicht und mit etwas höherer Säure als in den vorangegangenen Jahren präsentieren sich die Burgunder und Chardonnays, klar und filigran, mit eleganter und präziser Frucht die Rieslinge, rund und vielschichtig die Roten." (Wincenz Weber)

Unter den Ausstellern befand sich übrigens auch Herr Ziegler vom Weingut August Ziegler, der es geschafft hatte, zwei mal in Folge (2008, 2009) als 'Winzer des Jahres' prämiert zu werden (DLG).

Winzer des Jahres - Weingut August Ziegler
Winzer des Jahres 2006,2008 u. 2009
Weingut August Ziegler
© multikulinarisch.de


Da der Wunsch, den Heimweg aufrechten Ganges antreten zu können, nicht erlaubte, sämtliche Stände zu besuchen und dort Weine zu verkosten, beschränkte ich mich auf eine Hand voll. Dort ließ ich mich beraten, erschmeckte viele wundervolle Weine, die allesamt bezahlbar waren (i.d.R. zwischen 4 und 10 Euro) und unterhielt mich auf's Netteste mit Winzern und Winzerinnen. (Weingut Fuchs, Weingut Golter, Weingut Bähr, Burgunderhof Pfannebecker, Weingut Freiherr von Schleinitz)

WeinBerlin 09
© multikulinarisch.de


Am Stand vom Weingut Fürst lernte ich so Allerlei über die Rebsorte Elbling. Diese lange vernachlässigte Rebsorte gewinnt wieder an Popularität. Ursprünglich war der Elbling weit verbreitet, wurde dann aber wegen kurfürstlicher Vorlieben weitestgehend durch Riesling ersetzt. Solch hochherrschaftliche Willkür findet leider auch heutzutage statt, allerdings heißen die gesetzgebenden Herrschaften nicht mehr Kurfürst Vonundzu sondern EU-Kommissare. Es wurde beschlossen, dass nur noch in einem winzigen Anbaugebiet in Deutschland Elbling neu angepflanzt werden darf. Schade eigentlich! Mir hat dieser Wein sehr gut gemundet...
Auf meine Frage, ob ein Winzer ausschließlich seine eigenen Weine trinkt, antwortete Herr Fürst, dass er in der ganzen Welt herumreist, Weine verkostet und einkauft. Er veranstaltet sogar besondere Verkostungen, die eigene und importierte Weine beinhalten...

Mir persönlich hat die Veranstaltung gut gefallen. Den Euro für Garderobe fand ich etwas lästig. Das hätte man ggf. in den Eintrittspreis hineinkalkulieren können. Aber ansonsten, war die Location schön zentral gelegen, die Atmosphäre gelöst und für jeden Geschmack der passende Wein dabei.

Wer heute noch nicht verplant ist, kann noch bis 18 Uhr die WeinBerlin 09 im dbb forum in der Friedrichstraße (Ecke Französische Straße) besuchen. Zum Wohl!

Wednesday,28. October 2009

*Eingerührt: Berlin Riesling Cup

Berlin Riesling Cup - Große Gewächse 08
© courtesy of Martin Zwick
Weinkenner und -autor Martin Barz, der übrigens gar nicht mehr Martin Barz, sondern inzwischen Martin Zwick heißt, veranstaltet gelegentlich hochkarätige Weinver-
kostungen in privatem Rahmen. Bei diesen Events versammeln sich namhafte Weine und Weinschmecker in gemütlich-genüsslicher Runde...

Als Nachlese zur Gutswein, einer Veranstaltung, bei der der VDP am 5. und 6. September am Berliner Potsdamer Platz 360 Große Gewächse aus 143 Weingütern präsentierte, veranstaltete Martin Zwick den so genannten

'Berlin Riesling Cup - Große Gewächse 08'

.
In welchem Rahmen und mit welchem Ergebnis, dieser ablief, berichtet er selbst:

.......................................

Berlin Riesling Cup - Große Gewächse 08

Am Tag der dt. Einheit fand in der Hauptstadt zum zweiten Mal der "Berlin Riesling Cup"statt. Als Gastgeber präsentierte ich einer kompetenten Jury die besten Große Gewächse des Jahrgangs 2008. Darunter auch Weine die zum ersten Mal in der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Die 36 trockenen Rieslinge wurden blind in 2er flights serviert und jeder Verkoster hatte 2 mundgeblasene "Universal" Gläser der Firma ZALTO zur Verfügung.


Definition von "Grosse Gewächse"
Bei den Großen Gewächse handelt es sich um trockene Spitzenweine. Die Weine kommen aus ERSTE LAGE, die höchste Weinklasse im VDP. Vergleichbar mit den Grand Crus in Burgund. Folgende Kriterien sind damit verknüpft:


Die Weine stammen aus den besten Weinbergen Deutschlands
Die Weine werden ausschließlich aus regional festgelegten und eng definierten traditionellen Rebsorten erzeugt
Maximaler Restzuckergehalt sind 9g/l
Die Erntemenge ist auf einen Ertrag von maximal 50 hl pro Hektar beschränkt.
Das natürliche Mostgewicht muss mindestens Spätlesequalität haben.
Die Trauben werden selektiv von Hand geerntet
Die Weine werden ausschließlich mittels traditioneller Produktionsverfahren erzeugt
Neben der üblichen VDP Betriebsprüfung unterliegen die Weine zusätzlicher Kontrolle und Prüfung
Die Flaschen tragen die VDP Kapsel mit dem Traubenadler
Die Vermarktung der Weine erfolgt nicht vor dem ersten Septemberwochenende des auf die Ernte folgenden Jahres


Vegetationsverlauf in 2008
"Der Austrieb der Reben begann in 2008 deutlich später, als wir das in den letzten Jahren gewohnt waren. Insbesondere der kühle und regnerische April (mit mehr als 80 mm Niederschlag) führte zu einem nahezu zehntägigen Vegetationsrückstand im Vergleich zum Vorjahr, aber sorgte gleichzeitig für wichtige Wasserreserven im Boden. Doch der etwas zögerliche Start war bald vergessen, die Monate Mai und Juni zeigten sich dann schon fast hochsommerlich warm, und die Vegetation entwickelte sich im Zeitraffer. Im August wurde es zunehmend feuchter und kühler, die Reifeentwicklung der Trauben verzögerte sich. Der September blieb kühl, die Traubenreife ging sehr langsam voran, durch die kalten Nächte wurde nur sehr wenig Säure in den Beeren veratmet. Zur optimalen Reife trug entscheidend der regenarme Oktober bei. Mit nur 12mm Niederschlag fielen nur 25% der normalen Oktobermenge – bei Tagestemperaturen zwischen 10 und 15°C kam es zu einer langsamen Ausreife der Trauben und die Beeren bildeten besonders feine und komplexe Aromen aus. Zahlreiche Riesling- Lagen erreichten ihre volle physiologische Reife sogar erst im November. Das stabile Säuregerüst in Kombination mit den sehr hohen Extraktwerten dürfte ideale Voraussetzungen für einen besonders langlebigen und lagerfähigen Jahrgang bieten. Allerdings nur dort, wo die Winzer das Risiko eingingen die Vegetationsperiode bis in den November hinein voll auszureizen. "
Klaus Peter Keller&Philipp Wittmann, Top-Winzer aus Rheinhessen


Aber zurück zu dem Event in Berlin. Klarer Gewinner des "Berlin Riesling Cup" war 08 Forster "Kirchenstück" GG vom Weingut Dr. Bürklin-Wolf aus der Pfalz. Hier das Siegerpodest:


08 Dr. Bürklin-Wolf "Kirchenstück" GG (70 Euro ab Hof)

08 Schäfer-Fröhlich "Felseneck" GG (29 Euro ab Hof)

08 Kühling-Gillot "Rothenberg" GG (45 Euro ab Hof, Release Frühjahr 2010)



Dicht gefolgt von 08 "Halenberg" GG von Schäfer-Fröhlich, 08 "Morstein" GG von Wittmann aus Rheinhessen, 08 "Kastanienbusch" GG von Rebholz, sowie 08 "Morstein" GG von Keller aus Rheinhessen. Wie man gut erkennen kann, die Gewiner-Regionen in diesem Jahrgang sind eindeutig Rheinhessen, Pfalz und Nahe.

2008 Dr. Bürklin-Wolf, Forster "Kirchenstück" GG, Pfalz
WOW, absoluter Traumstoff! Ein echter Gänsehaut-Wein von Anfang bis Ende. Ein Riesling der berührt mit seiner brillianten Komplexität und Wahnsinns Länge. Üppige teils ins exotisch gehende Frucht gepaart mit einer bombastischen Mineralität und insgesamt sehr straff strukturiert.
Der Boden dort ist ein „heterogener Mix aus Basalt, Sandstein, Kalkgeröll und Ton mit einer mächtigen Tonschicht im Mittelbau und einer stark ausgeprägten Kalkplatte in einer Tiefe von 2m.“ Erwähnen sollte man außerdem, daß das Weingut mit seinen 110 Hektar Rebflächen seit 2005 bio-dynamischer Weinbau praktiziert. Zudem haben die Rieslinge von Bürklin-Wolf ein hervorragendes Lagerpotenial. Dieser Riesling sollte in keinem Weinkeller fehlen! 95-96+/100


Keine Frage, der Schlüssel zum Erfolg im Jahrgang 08 war eine sehr späte Lese. Die Rieslinge präsentieren sich puristisch&geradlinig&rassig mit einer prägnanten Säure&Mineralität und sind insgesamt sehr anspruchsvoll. In der Spitze sind die 08er sogar noch besser als in 07. Aber Vorsicht, die Rieslinge aus 08 sind keine "Schmusekätzchen". Gerade die kräftige Säure macht vielen Weinfreunden sehr zu schaffen. Darüberhinaus sind die Weine auch nicht so süffig und zugänglich wie noch im letzten Jahr. Auf der anderen Seite haben sie ein sehr langes Lagerpotential.
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