Wednesday,16. May 2012

*Eingerührt: facecook M.ika

M.ika von Taste Berlin (Foto: Andreas Thode)
M.ika war dabei.

Beim vom Effilee-Magazin ausgetragenen Foodblogger-Kochevent in Hamburg.
Zwischen Rügen und Bodensee hat M.ika heute einen kurzen Stopp am heimischen Computer eingelegt und uns einen knackigen Bericht hingebretzelt. Vielen lieben Dank dafür und gute Weiterreise!

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Am 30. März wollen wir ein Dinner zum Selberkochen veranstalten. Dazu laden wir fünf Foodblogger ein, von denen jeder einen Gang kochen soll, passend zu jeweils einem Wein aus dem Elsass. Das alles wird von Andrea Thode fotografiert und in der nächsten Effilee abgedruckt.
[Effilee]

Schnell war meine kurze Bewerbung an die Initiatoren des Foodbloggerdinners der Effilee rund um Herausgeber Vijay Sapre fertig. Obiger Wortlaut wurde nämlich auf der Webseite und Facebook-Fanpage veröffentlicht und hat mich sofort veranlasst mir einen Wein und ein passendes Menü auszuwählen und mich anzupreisen. Bloggen, Kochen und Wein – das ist Meins.

Beim Wein habe ich mich für einen Sylvaner D` Alsace Réserve 2010 der Domaine Weinbach entschieden, dazu sollte es Fisch geben – mein Spezialgebiet. Ich habe Fischereiwissenschaften studiert und anschließend als Betriebsleiter einer Forellenzucht in Frankreich gearbeitet. Die Forelle ist mein absoluter Lieblingsfisch, und als Weininteressierter (der seinen Senf den Berlinern als Straßensommelier dazu gibt) habe ich mich für eine Kombination aus Bachforelle, heimischem Flusskrebs, Rote Bete, Kresse und Meerrettich entschieden. Die meisten Fischfilets eignen sich bestens zum plattieren und somit als Basis für eine Roulade. Das süßliche Flusskrebsfleisch wird von der süß-erdigen Rote Bete unterstützt – die Kresse gibt pfeffrige Schärfe und das Meerrettich-Schäumchen rundet ab. Der aus 2010 eher leicht säurebetonte Sylvaner wird dazu abgefedert und strotzt trotzdem vor Kraft. Yes!

Kochen, Schnacken, Weinchen trinken (Foto: Andrea Thode)


Angekommen in Hamburg wurde gleich der Gasthof Möhrchen in Ottensen angesteuert. Ein Stadtteil der niedlich wirkt wenn man aus Berlin anreist – und zum Bleiben verlockt. Den Markt, der am Nachmittag auf dem Platz vor dem Restaurant stattgefunden hat, würde ich gerne dauerhaft nach Friedrichhain in Berlin beamen: beste und einfache Ware. Hansestadt mit großem Hafen – ich habe nichts anderes erwartet und freue mich auf den Abend.

In einem Séparée des Gasthofs stoße ich sogleich auf die weiteren Teilnehmer und Organisatoren, eine kleine Truppe von 12 Leuten sind wir insgesamt. Man schnackt gemütlich und Christina, unsere Sommelière füllt sofort die ersten Gläser mit knackigem Crémant. Partner des Abends ist der Elsässer Weinverband, die zahlreichen Weinkartons neben den Bergen von Lebensmitteln lassen nicht nur auf einen feucht-fröhlichen Abend hoffen.

Nach einer dreistündigen Vorbereitungs- und Kochsession wurde zu Tisch gebeten, unser Gastgeber Vijay macht den Anfang mit Glasnudelsalat an Kombu und Jakobsmuscheln. Dazu nochmals Crémant – und ungeduldig wird schon der zweite Gang erwartet. Gang eins ­– Vijay, das war einfach gut.

Heike von Au (Heike's Blog) hat nachgelegt, es wird die beste und appetitanregendste Suppe seit langem: Sauerampfersuppe mit Grissini und Onsen-Ei. Dazu passend Grauburgunder.
Ich bitte dringend die Wiesen aufzusuchen, Sauerampfer zu pflücken und zu Hause loszulegen. Onsen-Ei hin oder her. Und selbst gebackene Grissini sind immer ein Hit.

Sandra alias Frau Kampi (kuechevonfraukampi.blogspot.com) hat kombiniert was schwierig klingt – und harmoniert. Ihre Ravioli auf Rahmsauerkraut mit gebratener Blutwurst waren so gut dass ich als alter Blutwurst-Umgeher nun ein echter Fan bin. Dazu köpfen wir, zu Recht, eine Flasche Riesling.
Unlängst habe ich sogar Berlins bekannten Blutwurst-Ritter in Neukölln besucht und beherzt zugeschlagen.

Nun bin ich an der Reihe. Meine pochierte Roulade von der Bachforelle und Flusskrebsen mit Roter Bete ist gut gelungen, der Sylvaner d`Alsace hat seine Aufgabe gut gemacht und das Gericht mehr als supportet. Win-Win-Situation.

Angerichtet und bereit zum Zwischengang – meine Forelle (Foto: Andrea Thode)


Andreas aus München bereitet den Hauptgang zu. Sein Blog Gute Gabeln erfreut sich in München wachsender Beliebtheit und ist auch über die Stadtgrenzen bekannt. Bitteschön: Rinderfilet mit Pinot-Noir-Sauce, dazu Ofenkartoffeln. Wenn ich noch hinzufüge das wir Charolais-Filet hatten ist denke ich klar wie gut, nussig, zart und saftig das Fleisch war. Der dazu gereichte Spätburgunder war von allen Weinen am schnellsten ausgetrunken.

Astrid, die niemals zu schlafen scheint, zaubert ein Dessert das alle anwesenden Teilnehmer (die eigentlich sitt und satt sind) anregt, nochmals zu den Löffeln zu greifen ... und alle Tellerchen werden brav leer gegessen.
Der Kougelhupf mit Gewürztraminer-Eis, Mangocreme und Mönchspfeffer ist sehr zur Nachahmung empfohlen – getrunken wird dazu natürlich Gewürztraminer (en Masse).
Astrids neues Buch ist seit kurzem erhältlich und bekommt ein Lob nach dem anderen, ihr Blog Arthurs Tochter Kocht ist mittlerweile schon fast Kult.

Jetzt halte ich gerade die aktuelle Effilee # 21 Sommer 2012 in der Hand und bestaune die kleine und feine Fotoreportage mit den Rezepten. Ein schöner Abend und ein tolles Ergebnis.

Merci beaucoup et a la prochaine. It was a pleasure.

M.ika

Mein Blog rund um das Berliner Kulinarium: Taste Berlin
Die passende Facebook-Seite: facebook.com/TasteBerlin
Berliner Wein-Fans aufgepasst: Straßensommelier


Friday, 3. February 2012

*Eingerührt: Gastronomin für einen Tag

Nata © courtesy of pastasciutta
Nata, in Köln geboren, im echten Leben Natalie Simons, Linguistin, freie Autorin und gelegentlich Stadtführerin, ist zudem begeisterte Food-Bloggerin.
Mit ihrem Blog pastasciutta ist Nata seit September 2009 online. Über das Bloggen und alles, was damit zusammenhängt, hat sie wahnsinnig interessante Menschen kennen gelernt. Laut eigener Aussage macht das Bloggen ihr Leben sehr viel schöner.
Und deutlich spannender würde ich sagen.... Hört selbst:


........... O-Ton Nata ............

Zum Teufel und zu meinem puren Vergnügen

Von der Idee eines Pop-up Restaurants


Plötzlich habe ich mein eigenes Restaurant. Gemeinsam mit Torsten und Marco, die ich vor kurzem noch gar nicht kannte, stehe ich hinter dem Tresen und fülle Teller. Wenn ich hochblicke, sehe ich in strahlende Augen, die sich auf ihr Essen freuen. Wir haben die besten Gäste, die man sich nur vorstellen kann und sie füllen das Lokal bis auf den letzten der 30 Plätze. Genau genommen hat Marco es geschafft, sogar 32 Gäste reinzuquetschen. Von sowas kann jeder Gastronom nur träumen.

Der entscheidende Punkt aber ist, dass es sich nicht wirklich um Gastronomie handelt. Mit Gewerbe und Geld verdienen hat das nichts zu tun. Die Gäste zahlen nur den Wareneinsatz. Hinzu kommt ein geringer Aufschlag für den erstklassigen Wein, den wir an diesem Abend von Christoph bekommen. Davon bezahlen wir eine Spülerin, die wir brauchen, weil wir keine Spülmaschine haben.

Das Pop-up Restaurant hat nicht einmal einen Namen, sondern nur ein Motto. "Zum Teufel mit den guten Vorsätzen" prangt in professionell gestalteten Lettern auf dem Leuchtkasten an der Fassade und ist wohl noch im benachbarten Volksgarten zu sehen. Das Claers in Zollstock ist für einen einzigen Abend die Heimat eines Experiments.

Erst vor ein paar Monaten sind Torsten und Marco mir vor dem Bahnhof in Neapel begegnet. Gemeinsam warteten wir auf den Bus, mit dem Florian Siepert uns zum Food Camp Cilento bringen würde. Nun sind wir Partner in diesem leicht verrückten Projekt in Köln.

© courtesy of pastasciutta


Diesen Weg sind andere in Berlin bereits gegangen: "Come to places you don't know, to eat food, you haven't ordered, together with people you have never seen before." - So lautet der Claim des RollinRestaurant von unserem Freund Paul Fritze und seinen Partnern.

Berlin ist eine Weltstadt, da spricht man Englisch. In der Provinz versuchen wir es zunächst mit Hochdeutsch. Eine Spur Lokalkolorit soll höchstens im Essen durchkommen.

Mehr als eine Spur ist es aber dann doch nicht. Das Menü ist hauptsächlich eine Bauchentscheidung. Wir haben Appetit auf Wild, da sind wir uns sofort einig. So landet der Hirsch im Ofen. Schnell und unkompliziert rüttelt sich alles zurecht.

Gemeinsam entwickeln wir die Idee des Appetizers: Apfel, Sellerie, Käse. So klar und so pur, dass ich jetzt noch ganz verliebt in diese Idee bin. Sowas taugt zum Klassiker. Ich möchte so gerne mal ausprobieren, ob es funktioniert, Käsekroketten für 30 Personen zu machen. Schließlich schwitze ich Blut und Wasser, weil mir erst beim Anblick der riesigen Pfannen einfällt, dass die Kroketten im heißen Fett platzen könnten. Der Star des Abends sind am Ende die kleinen Kerbelknollen, die Torsten entdeckt hat.

© courtesy of pastasciutta


Das Teamwork funktioniert aus meiner Sicht super, obwohl unsere Vorbereitungen in eine Zeit fallen, in der ich gar nicht so viel Präsenz zeigen kann, weil ich andere Verpflichtungen habe. Ich genieße aber noch viel mehr als das Engagement die Ideen der Jungs. Mein Part in der Küche ist der eines Fressers und Handwerkers. Torsten, mit seinem ausgeprägten Sinn für Stil schafft es, meine profanen Vorstellungen auf ein höheres Niveau zu heben. Dazu kommt Marcos unschätzbare Erfahrung mit der Organisation von Veranstaltungen und seine positive Energie. Auf diese Weise entsteht etwas Neues, das seit dem 21. Januar 2012 unvergessen ist.
Ich freue mich sehr auf eine Fortsetzung, denn ich glaube, dass da noch verdammt viel Luft nach oben ist.

Meine ersten Eindrücke bei pastasciutta, mit Links zu Beiträgen meiner Mitstreiter und der Gäste.

Wednesday, 5. October 2011

*Eingerührt: Topfenknödel an Retsina-Zabaione


Bei meinem Besuch in der
Topfenknödel an Retsina-Zabaione
Topfenknödel an Retsina-Zabaione
© courtesy of Bibliotheca Culinaria
Bibliotheca Culinaria hatte Mit-Inhaber Swen Kernemann- Mohr bereitwillig meiner Bitte um ein Rezept für meine Leser zugestimmt.

Als großer Dessertfan hat er eine Zabaione mit dem griechischen Kultgetränk Retsina kreiert.


Topfenknödel an Retsina-Zabaione


herb-süßes Dessert aus Topfenknödeln (mit Ziegenkäse und Grieß) an einer mit Retsina aufgeschlagenen Zabaione
Quelle: Swen Kernemann-Mohr



Zutaten (für Retsina-Zabaione):

4 Eigelb
4 EL Honig
250 ml Retsina


Zubereitung:

Für die Knödel das Grundrezept für Topfenknödel, hier aber mit Ziegenquark und etwas mehr Grieß.
Walnüsse zerkleinern mit einem guten Stich Butter und Zucker nach Belieben kurz in der Pfanne rösten, na so 1 Minute, danach die Knödel darin wenden.

Für die Zabaione Eigelb, Honig und einen guten Viertelliter Retzina zu einer Zabaione aufschlagen.
Auf Eiswasser runterkühlen, da ja die Knödel schon warm sind. Eine Aprikose in Fächer schneiden und mit Zabaione und Topfenknödeln anrichten. Alternativ geht auch Feige oder ein Fruchtpurree.

Es ist alles in allem ein herbsüßer Geschmack.


Wednesday, 4. May 2011

*Eingerührt: KinderKochSchule Berlin II

KinderKochschule Berlin
KinderKochSchule Berlin
© captivation
Am Montag hatte ich brisantes Material (Augenzeugen-
berichte aus Kinderhand)
zur kürzlich zum 2. Mal durchge-
führten Kinder-
KochSchule Berlin veröffentlicht.



Nun hatte ich mich bemüht, auch vom Schirmherren der Kinder-
KochSchule, Herrn Leander Roerdink-Veldboom ein kurzes Statement zu erhaschen. Auf diese glorreiche Idee kam ich allerdings reichlich spät, so dass wir an dieser Stelle auf eine Zeugenaussage vom Schirmherren leider verzichten müssen so dass ich den Text nachreichen muss (s.u.)...

ABER!!
Es ist mir gelungen, mit einem gewissen Maß an Beharrlichkeit und Geduld, den vielbeschäftigten Bernhard Moser, radioeins- Hörern als Geschmacksexperte bekannt - für ein Mini-Interview zu gewinnen...
Er war als einer von 60 Köchen an der KinderKochSchule beteiligt.

Bernhard Moser ist gebürtiger Österreicher, Wahl-Berliner, Journalist, betreibt in Berlin seine Weinschule, gibt immer Dienstags 11.40 bei radioeins 'Mosers Geschmackssachen' zum Besten und ist ehrenamtlicher Festivallleiter des jährlich stattfindenden 'eat! Berlin' - Festivals.

.....................

mk: Weißt Du, nach welchen Kriterien die Auswahl der Köche für die KinderKochSchule erfolgte?

B.M. Die Veranstalter suchten dringend Köche, insofern weiß ich nicht genau, wie heikel sie die Auswahl gestalten konnten.

mk: War das dein erstes Mal bei der KinderKochSchule?

B.M. Ich war bereits im letzten Jahr als "Promi" eingeladen, hab dort kurz mein Buch präsentiert und ein Interview gegeben.

mk: Warst Du (und waren die anderen Köche) an mehreren Tagen als Kochlehrer vor Ort?

B.M. Ich war an insgesamt 4 Tagen da. Zwei als Koch, zwei als Jurymitglied.

mk: Wieviele erwachsene Köche waren gleichzeitig im Einsatz und haben jeweils wie viele Kinder angeleitet?

B.M. Wenn ich mich richtig erinnere, konnten bis zu 12 Teams gleichzeitig im Einsatz sein. Mit jeweils 10 Kindern.

mk: Waren Kinder unterschiedlicher Altersgruppen in der KinderKochSchule oder alle so ca. 8/9 Jahre?

B.M. Ich würde sagen, dass sie im Schnitt 8-11 waren.

mk: Habt Ihr als Köche Euch die Tagesthemen (bei meiner 3. Klasse war Thema Kartoffeln) und Gerichte für die Kinder ausgedacht oder wurden diese vorgegeben?

B.M. Das Thema war vorgegeben, aber innerhalb dieses Themans konnten wir machen was wir wollen.

mk: Die Kinder schreiben, dass ohne Salz gekocht wurde. War das generell der Fall? Falls ja, warum?

B.M. Es stand Salz zur Verfügung und konnte je nach Gusto eingesetzt werden.

mk: Es gab einen Wettbewerb. Wie muss man sich den vorstellen?

B.M. Für den Veranstalter war das Thema "Wettbewerb" ein sehr schwieriges. Teilweise wurden Sieger gekürt, dann wieder nicht. Ich hoffe, dass sie für das nächste Jahr einen modus operandi finden.

mk: Waren die Kinder bei der Sache? Hat es ihnen Spaß gemacht und auch geschmeckt?

B.M. Das war sehr unterschiedlich. Großteils hatten die Kinder wahnsinnig viel Spaß und waren voll bei der Sache. Es gelang den Köchen recht unterschiedlich, die Kinder bei Laune zu halten.

mk: Gab es Unterschiede bei Schulklassen aus verschiedenen Bezirken?

B.M. Das kann ich nicht beurteilen. Auffällig war der unterschiedliche Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, wobei diese Kinder aber nicht auffällig waren. Sie waren genau so mit Begeisterung und Engagement bei der Sache, teilweise vielleicht sogar noch etwas engagierter.

mk: Gab es Vorurteile bei den Kindern gegenüber bestimmten Lebensmitteln, Kochen, Weglassen von Salz, etc.?

B.M. Erstmal wollten alle das, was sie von daheim kennen. Da waren die Unterschiede extrem unterschiedlich. Es gab Kinder, die hatten noch nie zuvor gekocht und Kinder, die extrem gut bescheid wussten. Gegessen haben aber alle alles. Klar, dass weiße Nudeln erstmal beliebter waren als die aus Vollkornteig.

mk: Hat es Dir denn Spaß gemacht? Bist Du im nächsten Jahr wieder dabei?

B.M. Es hat großen Spaß gemacht, über meine Teilnahme im nächsten Jahr wird mein Terminkalender entscheiden.


Vielen Dank Bernhard, dass Du Dir, trotz vollen Terminkalenders, die Zeit genommen hast, um zum Einen mit den Kindern zu kochen und zum Anderen, uns, die den Kinderschuhen Entwachsenen, daran teilhaben zu lassen!


[Ergänzung 05.05.11]
Herr Leander Roerdink-Veldboom (Schirmherr der KinderKochSchule und Executive Chef im Hilton Berlin) - wie gebeten - frei von der Leber weg:

Es ist und war faszinierend zu sehen, wie die Kids mit frischen Lebensmitteln & scharfen Messern umgehen....neugierig, teilweise unwissend, aber nicht ein Mal kam der Satz 'iiih, das Ess ich nicht'.
Und deswegen glaube ich, nicht die Generation Kids ist so unwissend, sondern deren Eltern, welche sich gar nicht mehr mit Ernährung auseinandersetzen. Deswegen koche ich lieber gleich mit Kids, denn wenn diese erstmal an "gesunder Ernährung" geschnuppert haben, werden sie ihre Eltern mit ins Boot holen.... Und vielleicht ist dann im Supermarkt nicht mehr die Naschecke mit Süßigkeiten der Favorit, sondern auch Gemüse & Obsttheke....

Monday, 2. May 2011

*Eingerührt: KinderKochSchule Berlin I

Quelle: Schülerin d. Klasse 3e der Grundschule Bouchéstr. Treptow
Vom 31.3. bis 10.4.2011 fanden im FEZ (Berlins Kinderparadies) 2 Wochen Kinder-KochSchule statt. Unter Schirm-
herrschaft von Leander Roerdink-Veldboom, Executive Chef im Hilton Berlin, köchelten Schulklassen (und an den beiden Familien-
wochenenden minderjährige Freizeit-Köche) unter Anleitung einer bunt zusammen gewürfelten ehrenamtlichen Köche-Crew und hatten offensichtlich trotz der Mühen viel Spaß dabei...



Gesund schmeckt doch! - Und die besten Sterneköche zeigen Kindern, wie's geht. Zum zweiten Mal verwandelt sich das FEZ-Berlin in eine riesige Kochschule für Kinder.
Mehr als 60 exzellente Köche zeigen Schüler/innen der 2. bis 4. Klasse, wie sie preiswert, gesund und auch noch lecker kochen können. Täglich lernen 200 Kinder in 16 Kochteams, welche Lebensmittel gesund sind, wie man sie richtig zubereitet und wie man sich in der Küche korrekt verhält. „Pasta“, „Vegetarisch“, „Regional“, „Orientalisch“ und „Die Kartoffel“ - fünf verschiedene Themen stehen in 10 Tagen auf dem Speiseplan.
Eröffnet wird die KinderKochSchule täglich mit einer Überraschungstorte des Schirmherrn und Executive Chef des HILTON Berlin, Leander Roerdink-Veldboom. Außerdem finden die Kids Unterstützung durch Jan-Göran Barth, Koch im Bundespräsidialamt. Nachdem die Nachwuchsköche ihr Menü zubereitet haben, wird angerichtet und gemeinsam gespeist. Eine Jury kürt das beste Kochteam.

(Quelle: Pressemeldung)

Wenn ich Euch jetzt erzähle, auf welch seltsamen Wegen ich an Zeugenberichte herangekommen bin, würdet ihr's kaum glauben. Also spar' ich mir das... ;-)
Fakt ist, ich habe eine Reihe Augenzeugenberichte. Aus allererster Hand. In Handschrift, unzensiert und ungeschönt...
Um niemanden bloßzustellen, unterschlage ich an dieser Stelle allerdings die Rechtschreibfehler (bis auf eigene).
Die Fotos sind Pressefotos, die netterweise vom FEZ zur Verfügung gestellt wurden.

.................

Wir haben zusammen Kartoffelkuchen und Obstspieße hergestellt. Wir arbeiten ohne Salz. Es war schwer, die Kartoffeln zu schälen.

Es war das Thema „Kartoffel“ und wir haben Kartoffelpuffer, Kartoffelauflauf und Kartoffeltaschen gemacht. Es hat sehr lecker geschmeckt.

Wir und die Köchin haben gekocht und wir haben gelernt, dass man auf Äpfel, die nicht braun werden sollen, Zitrone rauf machen soll, und dass die richtigen Restaurantköche sehr doll schwitzen.

Wir haben Kartoffelwindbeutel gekocht. Mir hat es sehr gut geschmeckt. Alles war ohne Salz. Das war sehr schön.

Wir haben im kostenlosen Supermarkt die Sachen zum kochen geholt. Der Ablauf: Wir haben jeder eine Karte mit einem Symbol drauf bekommen. Das war die Gruppenaufteilung.

Es war lecker!! Wir waren die Paprikagruppe. Es fand im FEZ statt. Wir haben eine Kochmütze und eine Schürze gekriegt.

Ich fand es interessant, wie wir den Tisch gedeckt und gekocht haben. Es gab ein Thema: Das Thema war Kartoffel. Wir haben die Sachen aus dem Supermarkt geholt.

Jeder von uns hat eine Karte mit einem Bild drauf bekommen, dann mussten wir uns an einen Tisch setzen mit dem gleichen Bild. Dann haben uns die Köche abgeholt.

Bei uns gab es zur Vorspeise Obstspieße und zum Nachtisch Orangen mit Erdbeeren. Es hat sehr lecker geschmeckt. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann schaut doch selbst mal vorbei.

Wir waren die Köche und zwei große Köche waren auch dabei. Unser selbst gekochtes Essen hat sehr lecker geschmeckt." ... Es war sehr anstrengend. Und wir haben den 1.Platz gemacht.

Ich war mit meiner Klasse 3e in der Kochschule. Wir haben ohne Salz gekocht. ... Ich und xxx, Frau yyy und auch andere Kinder hatten zusammen Spaß.

Wir haben Kartoffel-Käse-Muffins gemacht. Wir und der Koch haben gekocht. Es war schwere Arbeit.

Die Gruppenaufteilung war ser leicht. Alle hatten Kärtchen bekommen. ... Mir hat das Essen sehr geschmeckt. Wir haben ganz ohne Zucker gearbeitet.

Ich war mit meiner Klasse, der 3e in der Kochschule. Wir waren am 5.4.211 da. Es war relativ schön da. Wir haben Kartoffelauflauf gemacht.

Es gab 9 Gruppen. ... Der Koch Basti hat mit uns gekocht. Er war sehr nett. Wir haben zusammen Kartoffel-Chips, Rollen und Bratbanane hergestellt. Dieser Tag war spannend.

Thema war Kartoffel. Wir schnitten die Kartoffeln in Würfel. Das Essen war lecker.

Der Ablauf verlief so: Wir bekamen eine Schürze und eine Kochmütze. ... Meine Gruppe hat Kartoffeltorte gekocht. Es war sehr interessant!

Unser Essen, das wir später aufgegessen haben, war sehr, sehr lecker! Leider haben wir nicht gewonnen. Aber das Wichtigste ist, dass es Spaß gemacht hat.

..............

Fotos: M. Lindner


weitere Fotos und Infos
die beeindruckende Liste der KinderKochSchul-Köche

Mein Dank gilt der Klasse 3e der Grundschule in der Treptower Bouchéstr., deren Eltern und der engagierten Klassenlehrerin D.Besch, die diesen brühwarmen Einblick in dampfende Töpfe ermöglicht hat!

Ob nun ohne Salz oder ohne Zucker Köstliches zubereitet wurde, bleibt fraglich. Aber geschmeckt hat es allen Protagonisten offensichtlich...
Um ein noch runderes Bild von den Geschehnissen während der 2 Wochen KinderKochSchule zu erhalten, habe ich keine Mühe (und Wartezeit) gescheut, auch einen der Senior-Köche vor's Mikrofon (bildlich gesprochen) zu bekommen. Guckst Du Mittwoch...


Monday, 1. November 2010

*Eingerührt: Kirschbrot mit Pfeffer

© courtesy of Heiko Antoniewicz
Von meinem Kaffeeklatsch mit Heiko Antoniewicz hatte ich berichtet. Auch von seinem neuesten Buch 'Brot'.

Wie versprochen hat Heiko mir nun ein in heimischen Küchen gut nachbackbares Rezept aus seinem Buch 'Brot' geschickt. Die Backbeschreibung klingt für meine angehenden Hobby-Brotbäcker-Ohren fast zu simpel, da keine Gehzeiten und sonstigen Details angegeben wurden. Auch dachte ich immer, dass Salz und Hefe sich nicht sonderlich gut vertragen. Anyway, ich maße mir nicht an, das Rezept zu kommentieren, denn nachgebacken habe ich es (noch) nicht...
Hier also ungeschminkt und in O-Ton Heiko Antoniewicz's Kirschbrot mit Pfeffer:

.............................................

Zutaten:

300 g Weizenvollkornmehl
200 Weizenmehl 550
10 g Hefe
12 g Salz
350 g Wasser
160 g getrocknete Kirschen
3 g Tasmanischer Pfeffer


Zubereitung:

Die Mehle vermengen. Die Hefe im lauwarmen Wasser mit dem Salz auflösen. Zu den Mehlen geben und zu einem Teig verarbeiten. Einmal gehen lassen und danach die Kirschen mit dem Pfeffer unterheben. Gut durchkneten und formen. Auf einem leicht geölten Blech noch einmal gehen lassen und bei 180° 20 Minuten backen.

Brot - Das Back-Kochbuch
Brot - Das Back-Kochbuch
von: Heiko Antoniewicz Heiko Antoniewicz
Februar 24, 2010
 




Friday,15. October 2010

*Eingerührt: Ziegenkäse-Brot

kulinarische Balkonbewohner - ein Blog-Event von multikulinarisches
Mama, eifrige multikulinarisches-Leserin, wollte gern beim Blogevent 'Balkonbewohner' mit machen. Mangels Blog, gibt es heute deshalb einen Gastartikel von Mama. Sie hatte dereinst ein Ziegenkäse-Brot mit Rosmarin gebacken. Das Rezept entstammt dem Büchlein 'Brot backen leicht gemacht' von 'Meine Familie und ich'...

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Wenn morgen abend eine Party stattfinden soll, ist heute die richtige Zeit, dieses leckere Brot zu backen. Ein bleibender Eindruck ist garantiert.

Zutaten für 1 Kastenbrot (ca. 900g): zimmerwarm!

1 Brotbackform (Kasten Länge 30 - 35 cm)

500g Weizenmehl (Type 550; im Rezept Type 405)
u. Mehl zum Bestäuben
1 TL Salz
ca. 125 ml Milch
1 Würfel Hefe (42g)
1 Eigelb
1 EL Olivenöl
1/2 TL Zucker
Fett für die Form
250g halbfester Ziegenkäse mit Weißschimmel (Rolle)
100g schwarze Oliven (entsteint)
3 Zweige Rosmarin (im Rezept 4)
Pfeffer aus der Mühle
1/4 TL Meersalz zum Bestreuen

Ziegenkäse-Brot
Ziegenkäse-Brot


Zubereitung:

Die zimmerwarmen Zutaten griffbereit stellen. Das Mehl mit dem Salz vermischen.
In die lauwarme Milch Hefe hinein krümeln und verrühren. Diese Hefemischung mit 175 ml lauwarmem Wasser, dem Eigelb, Olivenöl und Zucker zum Mehl geben. Alles zu einem schönen geschmeidigen Teig verkneten.
Den Teig in eine Schüssel legen und zugedeckt an einem warmen Plätzchen (am besten im auf 50°C vorgeheizten, abgeschalteten Herd) 40 Minuten ruhen lassen. Inzwischen die Kastenform fetten.
Den Ziegenkäse (französische Ziegenkäserolle) würfeln.
Die Oliven zerkleinern, Rosmarin waschen, trocken schütteln, Nadeln abstreifen und fein hacken.
Käse, Oliven, Rosmarin und frisch gemahlenen Pfeffer unter den Teig kneten und nun in die Kastenform füllen.
Mit einem Geschirrtuch bedeckt nochmal 30 Minuten gehen lassen.
Brot mit etwas Wasser bepinseln und mit Salz bestreuen.
Den Backofen auf 200°C vorheizen, eine feuerfeste Schale mit heißem Wasser auf den Herdboden stellen.
Das Brot auf der mittleren Schiene bei 200° ca 35 Minuten backen.
Wenn alles gut geht, kommt der Teig noch etwas hoch, aber bleibt brav im Kasten.
Nach dem Backen ein wenig kühlen lassen und anschließend auf ein Kuchengitter stürzen und völlig abkühlen lassen.

Ergbenis ist ein goldgelbes duftendes(!!!) Prachtstück. Peggy-Mama wünscht gutes Gelingen!

Wednesday,30. June 2010

*Eingerührt: Fusions-Ciabatti

© Courtesy of M. Nachtsheim
Martina Nachtsheim, eine begeisterte Urkorn-Brotbäckerin hatte sich neulich via Gastbeitrag hier im Blog vorgestellt. Wie ver-
sprochen folgt nun Ihr Rezept (samt Entstehungs-
geschichte) für Fusions-Ciabatti.

.........................................

Brot ist individuell
Was ich wirklich vermisse, wenn ich auf langen Reisen bin – egal ob Deutschland, Indien oder Südafrika? Worauf ich mich wirklich freue, wenn ich wieder nach Hause komme – egal wie lange ich weg war? Brot das nach zu Hause schmeckt. Für mich ist das festes, dunkles Brot mit einer zerrissenen, knusprigen Kruste, es darf gerne intensiv nach Fenchel und Kümmel schmecken und soll Arbeit beim Kauen machen.
Ich habe früher geglaubt, dass Brot so und niemals anders ist. Wahrscheinlich auf der ganzen Welt. Ok, da war ich noch ein Kind. Trotzdem bin ich immer noch baff, dass es schon in Kärnten oder Vorarlberg, in der Schweiz und Deutschland (also quasi ziemlich nah dem oberösterreichischen Ennstal) so sehr anders schmeckt.

Nordindien meets Waldviertel
Es ist übrigens so: Wenn ich wo anders bin, vermisse ich das Brot von daheim. Wenn ich wieder daheim bin, vermisse ich manchmal auch das Brot von dort.

Seit ich in Bihar, Nordindien war verbindet die beiden Nordregionen nicht nur der reichliche Verzehr an Kartoffeln (!), sondern auch die Waldviertler Ciabatti. Sprich, die indischen Ciabattis werden bei mir mit feinem Waldviertler Einkornmehl gemacht. Fusionsküche – ganz so wie sich das gehört.


Waldviertler Ciabatti

Zutaten:
2 Tassen feingemahlenes Einkorn-Mehl,
1 Prise Salz,
½ Tasse Wasser,
1 Tasse Öl

Zubereitung:
Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Das Öl und etwas Wasser dazugeben, etwas durchrühren. Nach und nach Wasser dazugeben und kneten bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Mit einem Handtuch abgedeckt 10 min ruhen lassen.
Jetzt den Teig in 12 Stücke teilen. Jedes Teigstück mit Mehl bestreuen und zu einem etwa 8 cm großen Kreis ausrollen.
Die Bratpfanne heiß werden lassen. Kein Öl verwenden. Jedes Ciabatti in der Pfanne von jeder Seite etwa 1 1/2 min. braten. Jedes Ciabattii nach dem Braten mit Butter bepinseln. Auf dem Teller stapeln und mit einem Tuch bedecken bis zum Servieren.

Was dabei alles schief gehen kann
  • Gewöhnlicher Stolperstein: Die Ciabattis picken an der Arbeitsplatte an. Dann ist der Teig entweder etwas zu flüssig, oder es ist zu wenig Mehl auf der Arbeitsfläche oder am Walker
  • Bei mir immer: Kein Nudelwalker im Haus. Also ich kann mit Bestimmtheit sagen, es ist egal ob Flaschen leer oder gefüllt sind, mit ihnen kann man super walken!
  • Das hab ich akzeptiert: Die Ciabattis werden nicht rund. Ich durfte mit einer Inderin in ihrer Küche Ciabattis machen. Es war nur peinlich für mich. Naja ich komm halt aus dem Land der Strudl und nicht aus dem Land der runden Ciabattis… Jedenfalls sagt man in Indien, dass eine Frau heiratsfähig ist, wenn sie perfekt runde Ciabattis machen kann. Wahrscheinlich bin ich deshalb noch nicht verheiratet ;-)
  • Plaudertaschen-Problem: Die Ciabattis werden hart, oder bekommen schwarze Flecken. Also mir hat am Anfang der Respekt vor diesen Broten gefehlt. Ich hab daneben einfach getratscht und dann immer den richtigen Zeitpunkt zum Wenden verpasst. Schlecht fürs Ego – aber schmecken tuts trotzdem – wenn auch mehr nach Knäckebrot ;-)

Fröhlicher Linsenaufstrich zu den Ciabattis

© Courtesy of M. Nachtsheim
Zutaten:
1 kleine Zwiebel,
2 Karotten,
200g orange & gelbe Linsen,
Olivenöl,
1 Lorbeer-
blatt,
2 EL Natur-
joghurt,
Salz,
Pfeffer,
Zitronensaft,
Petersilie,
Minze

Zubereitung:
Zwiebel und Karotten feinwürfelig schneiden und in Olivenöl anbraten. Die Linsen Linsen dazugeben und kurz mitbraten. Mit einem Schuss Essig löschen und mit Wasser aufgießen, sodass das Gemüse bedeckt ist. Mit dem Lorbeerblatt einige Minuten köcheln lassen, bis die Masse schön sämig ist. Die Masse überkühlen lassen.
Jetzt mit dem Stabmixer pürieren. Das Joghurt unterrühren Abschmecken mit Salz, Pfeffer, einem Spritzer Zitronensaft und mit frischer gehackter Petersilie und Minze.

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