Monday,24. January 2011

*Demo: Wir haben es satt!

Demonstration: Wir haben es satt! in Berlin
© multikulinarisch[es]
Unter dem Motto 'Wir haben es satt!' fand am Samstag eine Großdemonstration in Berlin statt. Getragen von 120 Bauern- und Umweltverbänden, Bürger-
initiativen gegen Massentierhaltung und Gentechnik, sowie Eine-Welt-Gruppen, kamen 22000 Menschen zusammen, um gemeinsam gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft und gegen Gentechnik zu protestieren.


Ich war einer davon. Bin froh, dass ich mich trotz eines Nachmittag-Termins aufgerafft hatte. Am Hauptbahnhof reihte ich mich in die bunte Schar warm eingemummelter, erwartungsfroher Demonstranten ein. Dann setzte sich der lange Zug langsam durch die Innenstadt in Bewegung bis hin zum Brandenburger Tor, wo ab 14 Uhr (schätzungsweise) die Abschlusskundgebung stattfand.
Unterwegs gab's Buh-Rufe am FDP-Outlet, geschmierte Stullen, und Sambarhytmen. Überhaupt war es keine aggresive, sondern eher recht fröhliche und musikalische Demo. Diverse Sambabands sowie eine Brassband sorgten für Schwung. Was der kalte Wintertag an Farben vorenthielt, wurde durch kunterbunte Klamotten, sowie massig grüne und gelbe Luftballons ausgeglichen.

Demonstration: Wir haben es satt!

Demonstration: Wir haben es satt!

Demonstration: Wir haben es satt!

Demonstration: Wir haben es satt!

Beeindruckend fand ich die Kreativität, mit der sich viele Leute mit den Themen Tierfabriken, Dumping-Lebensmittel-Exporten, absurder Agrar-Subventionen, Monokulturen, Gen-Food, etc. auseinandergesetzt hatten und ihren Wunsch nach fairer, ökologischer, bäuerlicher Landwirtschaft artikulierten. Auch ein überlebensgroßes, bemitleidenswertes, gerupftes Huhn mit gekapptem Schnabel marschierte für seine Leidensgenossen...
Die Abschlusskundgebung habe ich dann nicht mehr miterlebt, da wir nachmittags zur Babybeschau bei sehr lange nicht gesehenen Freunden eingeladen waren. Auch ist mir völlig entgangen, dass eine Gruppe Nazis die Demonstration für ihre Agitation missbrauchen wollte, aber erfolgreich vertrieben wurde. Ich habe das erst vorhin, beim Durchschauen diverser Videos vom Samstag auf youtube.com gesehen.

Demonstration: Wir haben es satt!

Wachstum statt fairer Märkte
Protestaktion d. Tierschutzbunds gegen Ferkelkastration ohne Betäubung
Fotos (Flickr)




Tuesday,18. January 2011

*3 Empfehlungen

Wir haben es satt! Nicht erst seit dem Auftauchen von Dioxin in unserer Nahrung ist klar, dass die fortschreitende Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft ethisch und ökologisch unvertretbar ist.
Tierleid, Bienensterben, Zerstörung regionaler, traditioneller Landwirtschaftsstrukturen und Absatzmärkte durch Dumping-Importe bzw. Monokulturen, Verdrängung bzw. Aussterben einheimischer (Getreide-,Reis-,Obst-,Gemüse-)Sorten und Nutztierrassen , Abhängigkeit von Konzernen durch genetisch verändertes Saatgut, Regenwaldrodung für Weideflächen, großflächige Überdüngung, welche widerum Pflanzenarten aussterben lässt... um nur einige 'Nebenwirkungen' zu nennen.

Es braucht einen Umdenk- und Reifeprozess bei Produzenten und Verbrauchern, um für die Entwicklung und Durchsetzung alternativer Formen, abseits der Nische, den Weg frei zu machen. Eine Rückbesinnung auf Werte und Traditionen der Landwirtschaft und Viehzucht vergangener Tage wäre dabei sicher schon mal ein guter Anfang...
3 Empfehlungen zum Thema:

Empfehlung 1:
Berlin Freitag, 21. Januar 17 - 21 Uhr
MARKTGESPRÄCH mit NNIMMO BASSEY
Friends of the Earth (Nigeria) / Träger des Alternativen Nobelpreises 2010

Nnimmo Bassesy spricht um 17:30 mit Tanja Busse ("Die Ernährungsdiktatur") zum Thema "Machtkampf ums Essen. Bäuerliche Landwirtschaft contra Agrar-Industrie".
Die Prinzessinengärtner bereiten dazu eine leckere saisonale Gemüsesuppe. Außerdem gibt es lokales Bio-Bier und Musik.

Prinzessinengarten (Winterquartier)
Markthalle IX
Eisenbahnstr. 42/43 - Pücklerstr. 34
U1: Görlitzer Park



Empfehlung 2:
Berlin Samstag, 22. Januar ab 12 Uhr
Demonstration gegen Massentierhaltung und Gentechnik
Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten. Ja zu bäuerlicher, ökologischer Landwirtschaft.

taz-Beilage (PDF)

Wer mag, kann sich zuvor in der Markthalle IX bei den Prinzessinengärtnern mit einem Frühstück stärken. Selbstverständlich aus regionalen Produkten bereitet.

Start 12 Uhr am Hauptbahnhof
Organisation:
www.wir-haben-es-satt.de


Empfehlung 3:
Film Good Food. Bad Food. Kommt am Donnerstag in die Kinos.

Zum Inhalt:
Was haben französische Mikrobiologen, die Millionen Wanderarbeiter Brasiliens, Vandana Shivas experimentelle Bauernhöfe in Indien und die Landwirte der weltgrößten Bioplantage in der Ukraine gemeinsam? Alle verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: die Verbesserung der
Bodenqualität und die Wiederherstellung der Saatenvielfalt – zum Schutz der Umwelt und für gesündere Lebensmittel.
Die französische Regisseurin Coline Serreau, („St. Jacques...Pilgern auf Französisch“) zeigt in ihrem neuen Dokumentarfilm Menschen, die dagegen kämpfen, dass unsere Böden durch chemische Dünger und Pestizide vergiftet werden. Und die sich dagegen wehren,
dass nur wenige skrupellose Konzerne weltweit das Saatgutangebot kontrollieren und die Bauern erpressen. In „GOOD FOOD BAD FOOD – Anleitung für eine bessere Landwirtschaft“ begegnen wir faszinierenden Persönlichkeiten, die vielfältige Lösungen für die intelligentere
Nutzung unserer begrenzten Ressourcen gefunden haben.

Es sind schon viele Filme über Katastrophenszenarien gedreht worden, die als warnende Appelle verstanden werden wollten. Sie haben ihre Berechtigung gehabt, doch jetzt ist es an der Zeit, den Blick darauf zu richten, dass es auch Lösungen gibt. Man muss jenen Bauern, Philosophen und Ökonomen Gehör verschaffen, die uns mit ihren Überlegungen nicht nur erklären, wie unser Gesellschaftsmodell in der ökologischen, finanziellen und politischen Krise versinken konnte, die uns allen bekannt ist, sondern die darüber hinaus nach Alternativen suchen und diese auch umsetzen.
(Coline Serreau)

Quelle: Pressemappe Good Food. Bad Food.

Film-Infos und Trailer:
www.goodfood-badfood.de


weiteres Material:
Pressemeldung: 300 Professoren fordern Ausstieg aus Massentierhaltung

Thursday,13. January 2011

*Liebster Blog - gibt's sowas denn?

Gestern wurde auch ich heimgesucht. Vom dem seit längerer Zeit die Blogosphäre durchziehenden 'Lieblingsblog-Award'.
(der früheste Eintrag, den ich per Suche aufspüren konnte, stammte von 2007, war aber noch nicht der der Initiatoren; sehr nebulös das Ganze...).
Die Auszeichnung, die - so man sie denn empfängt, möglichst weiter gereicht werden sollte, wurde mir von der freundlichen Daniela vom Blog lart-devivre verabreicht. Vielen Dank!

Diese Awardverleihung wurde übrigens mit dem Ziel in's Leben gerufen, empfehlenswerte, aber der breiten Masse noch unbekannte Blogs quasi an's Licht zu holen. Bis zu 5 Kandidaten darf man mit dem 'Lieblingsblog-Award' beglücken. Was schon mal schwierig ist. Lieblingsblog! Gibt es soetwas wie einen Lieblingsblog überhaupt? Ich habe so viele davon!

Aber gut, die Spielregeln sind klar. Die meisten meiner Lieblingsblogs zählen zu den Müttern und Vätern der deutschsprachigen Food-Bloggerszene und sind demzufolge weithin bekannt und beliebt... Bleiben die kleinen, feinen Blogs, die ich ebenfalls sehr schätze.

Spontan fällt mir 'Slow Travel Berlin' ein, aber, als englischsprachig-bisschen-deutscher Blog fällt er möglicherweise durch's Award-Raster (Wegen der einzubindenden Teilnahmebedingungen. Sind ja schon für Deutsch-kundige schwer zu verstehen :-) )

Keine Sorge, der Award bleibt aber nicht unvergeben. Die ebenfalls in's Auge gefasste Newcomerin Paule wurde bereits ausgezeichnet. Außer ihr haben sich aber noch einige weitere Food-Blogs wegen sympatischer Schreibe oder aber wegen phantastischer Fotos den Weg in Herz und Blogroll gebahnt. Diesen überreiche ich hiermit den 'Liebster Blog-Award':



- Utecht
- Peppinella (hält meine ganze Familie mit ihrem göttlichen Humor im Bann)
- Butter bei die Fische

Zusätzlich noch 2 Non-Food-Auszeichnungen für
- Slow Travel Berlin (trotz Sprachbarrieren)
mit genialen, entspannten Berlin-Tipps und den
- deutschen Etsy-Blog.
Hier werden allerlei kreative Menschen und was diese fabrizieren vorgestellt, sowie nicht-kreative Menschen (mit etwas Glück und Übung) zu kreativeren Menschen gemacht...

..................
Abschließend das Schräggedruckte:
“Dir wurde der Award verliehen und du möchtest ihn gerne weitergeben? Erstelle einen Post, indem du das Liebster-Blog-Bild postest und die Anleitung reinkopierst (= der Text den du gerade liest). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat und sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, dass du den Award annimmst und ihr den Link deines Award Posts da lassen. Danach überlegst du dir 3 – 5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst und die Besitzer jeweils per Kommentarfunktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.
Liebe Bloggergemeinde: Das Ziel dieser Aktion ist, weniger bekannte, gute Blogs an’s Licht zu bringen. Deswegen würde ich euch bitten keine Blogs zu Posten, die ohnehin schon täglich 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger und Leute, die zwar schon ne Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.”

Thursday,23. December 2010

*Weihnachtsgrüße

Zeit für eine kleine Verschnauf-
pause, Resümee und liebe Grüße...


Das Voran-
kommen in diesem Jahr war beschwerlich, langsamer als erhofft, aber stetig.
Ich bin mit der Neufassung des Internationalen Gourmetkalenders ein gutes Stück voran gekommen, habe vielerlei Rezepte nachgekocht, mich bei anderen Gerichten von meiner Inspiration leiten lassen, diverse Brote gebacken und mich an Blogevents (Balkonbewohner, Lieblingstasse) ausprobiert.

Ein herzliches Dankeschön all Jenen, die mir 2010 mit Rat und Tat zur Seite gestanden oder durch Blog-Kommentare, Twitter oder Facebook Mut gemacht haben. Allen, die mich durch ihre wundervollen Rezepte inspieriert haben gebührt ebenso Dank und Anerkennung, wie dem Mittagskocher, der bescheiden hinter der Bühne (fast) Tag für Tag für unser privates leibliches Wohl sorgte.

Ich bin begeistert über die verschiedenen Begegnungen mit Foodies, die ich in diesem Jahr erleben durfte. Zum Beispiel der legendäre Besuch im Laferland oder das Treffen mit Suzan Taher (A Foodie In Berlin) und noch ganz frisch in Erinnerung das gelungene koreanisch-wiener-berliner Treffen, dank der umtriebigen Katharina von esskultur.at.

Ebenfalls bedanken möchte ich mich auch bei allen, die mich bei den Blogevents unterstützt haben oder mal eines meiner Rezepte ausprobierten. Letztendlich bedanke ich mich bei den Firmen, die Interesse signalisiert haben, den weiteren Ausbau des Gourmetkalenders ggf. durch Sponsoring eines 2. Programmieres unterstützen zu wollen. Nur Mut!

Ein besonders dickes Dankeschön und Kuss geht nach Dresden zu meiner Family. Mutti, ich gestehe, dein Eierlikör-Rezept ist der mit Abstand meistgelesene Artikel im Blog. Ich bin stolz auf Dich! Und vermisse Dich (samt Vati) gerade auch ein wenig (wegen Weihnachten und so...)

Unserer Familie nah und fern, allen Freunden, Bekannten, Mitessern, Lesern, Sympathisanten, Vor- und Nachkochern wünschen der Mittagskocher und ich ein geruhsames, köstliches, gesegnetes Weihnachtsfest!

Friday,17. December 2010

*favourite cup

favourite cup
favourite cup
© multikulinarisch[es]
My favourite cup. Mine ONLY. Since one-and-a-half decades. Dearly loved. Jealously kept watched over. Kick-start and soul's consoler. Rehashing. Rest in rest-less times. Ledger in chaos. Twice a day. coffee-only. Garish red. And yours?

Regardless of whether one is foodie, computer-freak, business magazine reader, tinkerer or style pundit. (Almost) everyone's got one. A favourite cup.
At home or at one's work place, differently affectionate, as hidden affair or obvious amour, initilized by most individual motives.
I'm curious about favourite cups! From all over the world. What they look like. What makes them special for you...


.....................

Till summer I want to collect favourite cups. As some kind of social media-experiment, so to say. With your help this could become a torrent of favourite cups. Would you please help me?


1) Favourite cup pictures
  • Please take one or more pictures of your favourite cup.
  • Whether plainly sitting on a table or as part of a picture story, it's up to you.
  • 10 pictures per user maximum.
  • Additional infos concerning your favourite cup - why, since when, etc. - are welcome but no necessity.
  • Please upload your pic(s) into one of the albums below OR alternatively via formular
  • This is no competition, where only professional shots have a chance to win. EVERY PARTICIPANT has equal chances. Therefore there is no reason to not participate. :-)


IMPORTANT: Please upload pictures in (only) one of the the following favourite-cup albums:
favourite-cup-album on flickr
favourite-cup-album on Picasa
favourite-cup-album on Tumblr

OR upload straight to Tumblr (Test):


2) Favourite cup-communications

for online magazines, portals and photography sites (in case you want more, than just point your readers to the favourite cup search):
  • Start your own favourite cup quest with your readers. (as prize competition where applicable).
  • Please provide an rss feed of all incoming pictures, hence they may be incorporated into the aggregated favourite cup gallery.
  • Set a link to this favourite cup article and include a passus in your terms of condition, that pictures will be displayed in blog 'multikulinarisches' as well.
  • Be aware, that pictures of external gallerys do not partake in the raffle.
  • Naturally your favourite cup gallery will be linked to. (let me know about it, though)

A press release and pictorial material will be provided shortly.

for everybody:

Please spread news about the world-wide favourite cup quest. Ideally within your blogs, on Facebook, Twitter and why not in your newsletter?... Every thoughtful support is appreciated.
Btw, it doesn't matter, what topic your blog, website or newsletter is covering. As I mentioned before, favourite cups are a matter for everybody...
Explicitly not asked-for is the propagation in media containing racist or erotic content.

The upload form to place on your site (Größe: 500*390px):




My readers on Twitter and Facebook may excuse any repetitive mention concerning this quest.

On Facebook is a favourite-cup-page available. There (or in blog comments) infos and links may be shared about where one has read or written about the favourite cup quest. And there will be numbers of beautiful cups...


3) Prizes

Amongst all registered participants 10 prizes will be raffled with no regards to number or quality of uploaded pictures.

prizes 1 to 3 are made of finest porcelain and are provided by Germany's hottest porcelain manufacture hering berlin.
prizes 4 to 10 stem from coffee sommelier Michael Gliss (Gliss® Caffee Gruppe Köln)
I want to thank both sponsors for their support for the favourite cup quest.

hering berlin [www.hering-berlin.de]
1. prize2. prize3. prize
1.prize2.prize3.prize
bowl set with Puls Mixbowl set with Pulsbowl set Velvet
Gliss® Caffee [www.gliss.de]
4. - 6. prize7. - 10. prize 
4. - 6. prize7. - 10. prize 
"A short journey through the world of coffee" (coffee beans) in present box
[Details]
GLISS Santos Brasil No. 12 - 250 g
100 % Arabica from Brazil, direct import, organic farming.
[Details]
 



4) Term:

The collection of favourite cups lasts till mid-march (cutoff date is march 15 2011) end of July (cutoff date is July 31st). That leaves enough time for spread the news and for taking pictures. If reasonable - lastly this is a social-media-experiment with unpredictable developments - term may be prolonged till the end of the year maximum.


5) Banner to take along:





6) latest pictures:

See 'specials' in middle frame or
latest favourite cups


7) conditions of participation:

Only pictures from (with one of the above albums) registered users, uploaded and admitted befor July 31st 2011 will take part in the raffle. Users who verifiably used more than one platform will be excluded from the raffle.

You agree that pictures uploaded in either album may be displayed on this blog as well other media (online) directly connected to this event. As a matter of course pictures will be linked to your copy on flickr/ Picasa.


Now, grab your favourite cup and let's go for it!

Thursday, 9. December 2010

*hering berlin

hering berlin Porzellanmanufaktur
© courtesy of hering berlin

Dass es sich bei der Marke hering berlin nicht um einen Fischhändler, sondern eine junge, deutsche Porzellan-Manufaktur handelt, hat sich herum gesprochen.
Auch ich bin durch Gastrokontakte und Online-Medien auf hering berlin aufmerksam geworden und stattete dem Unternehmen vergangene Woche einen Besuch ab.


Nach einem trotz Eiseskälte freiwillig auferlegten Spaziergang vom S-Bahnhof Griebnitzsee entlang des Seeufers erblickte ich in Kohlhasenbrück ein Gebäude, welches bereits von Außen die Qualitäten im Inneren erahnen ließ. Das Gebäude im Königsweg 303 wurde von Götz Esslinger, seines Zeichens Architekt und Ehemann von Stefanie Hering entworfen und realisiert.

Die ersten Eindrücke hinter der Haustüre waren überwältigend: Herzlichkeit, innenarchitektonische Rafinesse, matt schimmerndes, wohl proportioniertes Porzellan, und ein heißer Kaffee aus zartem Biskuit-Porzellan.
Stefanie Hering und Wiebke Lehmann, die sich persönlich Zeit für mich nahmen, erläuterten, dass jeder Neu-Ankömmling mit Tasse ohne Henkel bewirtet würde, um die sanfte, angenehme Oberfläche des Biskuit-Porzellans zu spüren. Nun, meine Tasse hatte einen Henkel. Keine Ahnung, ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen war, aber wir hatten Spaß.

hering berlin in Berlin
hering berlin in Berlin-Wannsee (Kohlhasenbrück)
© multikulinarisch[es]


Biskuit-Porzellan ist übrigens Porzellan in seiner ursprünglichsten, unverfälschten Form. Porzellan pur und nicht glasiert. Trotz dieser Natürlichkeit ist Biskuit-Porzellan nicht porös und spülmaschinen-tauglich. Selbst stark färbende Gewürze wie Curry, Safran oder Soja werden vollständig entfernt. Die matte, homogene Biskuit-Oberfläche wird bei hering berlin zusätzlich in Handarbeit mit Diamant geschliffen. Dadurch wird das Biskuit außerordentlich sanft und besticht durch Sinnlichkeit und Eleganz.


hering berlin hat klein angefangen. 1992 im Prenzlauer Berg, als dort noch Aufbruchstimmung herrschte und alles ging...
Stefanie Hering, Namensgeberin und Gründerin von hering berlin ist gelernte Keramik-Meisterin mit angeschlossenem Designstudium. Ihren handwerklichen Horizont und Spielraum erweiterte sie maßgeblich, als sie begann mit Porzellan zu experimentieren und Keramik- Techniken darauf zu adaptierten. Was nicht passte wurde passend gemacht.
So entwickelte die gebürtige Stuttgarterin Verfahren zur Bearbeitung von Porzellan, die bis dahin undenkbar waren mit entsprechend ungewöhnlichen Ergebnissen.
Schnell wurde man auf diese außergewöhnlichen Kreationen, die sich physikalischen und statischen Gesetzen zu entziehen schienen, aufmerksam und eine Erfolgsgeschichte 'Made in Germany' bahnte sich an.

hering berlin
© courtesy of hering berlin


Nun bestand die Herausforderung allerdings darin, nicht nur außergewöhnliche Designobjekte zu schaffen, sondern ästhetische, alltagstaugliche Produkte.
Die ersten serienmäßig produzierten und bereits 1993 auf der Messe präsentierten und gewürdigten Produkte waren Leuchten aus Porzellan. Inspiration hierfür lieferte die Transluzenz des Bikuit-Porzellans.

Seit 2004 produziert hering berlin Geschirr aus Porzellan. Nicht die Sorte, die nur zum Ausstellen in Vitrinen geeignet ist oder nur für besondere Gelegenheiten taugt, sondern Formen und Strukturen, die im Alltag (selbst im Gastronomie-Alltag) funktionieren und nicht langweilig werden.
Die Geschirrserien von hering berlin bestechen durch Eleganz, Purismus, sinnlich-haptisches Erleben. Sie bereichern den Alltag. Man mag sich gern jeden Tag mit ihnen umgeben, sie anschauen und tasten. Gourmet-Kreationen erhalten durch Porzellan von hering berlin das berühmte i-Tüpfelchen. Unterstreichen ohne dick aufzutragen. Zeitlos zeitgemäß.
Zudem überzeugt das Porzellan mit Stabilität (im Schnitt nur 3% Bruch), beste Wärmespeichereigenschaften und Spülmaschinentauglichkeit.
Kein Wunder, dass sich die Referenzliste wie ein Who-is-Who der internationalen Spitzengastronomie liest.

Gute Gestaltung, clever gemanaged kann durchaus Erfolg haben.
(S.Hering)

Porzellan und Glas von hering berlin
© courtesy of hering berlin


In Deutschland ist Porzellan von hering berlin unter Anderem im Restaurant Dieter Müller (MS Europa), im Hotel zur Bleiche (Spreewald), im Falco (Leipzig), im Restaurant Margaux (Berlin), in Hamburg bei Cornelia Poletto (Hamburg) und La Vie (Osnabrück), sowie bei Frank Rosin (Dorsten) im Einsatz.
Auch außerhalb Deutschlands wird von hering berlin Porzellan gespeist. In Belgien, Österreich, der Schweiz, Spanien, Frankreich, England, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden... Selbst in Japan, Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA weiß man das weiße Gold Made in Germany zu schätzen.

Porzellan von hering berlin
© multikulinarisch[es]


Bereits seit 1999 arbeitet hering berlin mit der Porzellanmanufaktur Reichenbach in Thüringen zusammen, produzierte aber auch in Berlin-Wannsee (Kohlhasenbrück). 2006 wurde die Produktion komplett nach Reichenbach verlegt. Dort werden nach alten handwerklichen Traditionen (drehen statt pressen) und mit sehr viel Handarbeit Geschirr und Leuchten in Serie gefertigt.
Besondere Einzelstücke werden aber auch heute noch von Stefanie Hering per Hand im Atelier angefertigt.
Um das Geschirr perfekt zu inszenieren - schließlich nennen die Wenigsten einen Tisch mit wunderschöner Granitplatte (wie im Showroom) ihr eigen - wurde auch passendes Tischtuch und Gläser entworfen und produziert. Die teils doppelt geblasenen Gläser werden in Bayern gefertigt.

Porzellanproduktion
Porzellanmanufaktur hering berlin
© courtesy of hering berlin


hering berlin Porzellan ist mehrfach mit international renommierten Designpreisen ausgezeichnet worden und ist in zahlreichen Museumssammlungen vertreten.

Preise:
  • Hessischer Staatspreis, Frankfurt a. M.
  • red dot award: best of the best”, Land Nordrhein-Westfalen
  • “design plus“, Frankfurt a.M.
  • “ICFF Editors Awards Craftmanship”, New York
  • Landespreis Berlin

Sammlungen:
  • Deutsches Historisches Museum, Berlin
  • Kunstgewerbemuseum, Berlin
  • Musée National de Céramique, Sèvres, Frankreich
  • Museum für Kunsthandwerk, Frankfurt a. M.
  • Grassimuseum, Leipzig
  • Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
  • Museum für zeitgenössische Keramik, Keramion, Frechen
  • Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart

Porzellan-Leuchten von hering berlin (PDF)
Margaux Berlin (PDF)

hering berlin
Porzellanmanufaktur hering berlin
© courtesy of hering berlin


Im thüringischen Reichenbach gibt es einen Werksverkauf. Interessenten in Berlin können sich im KaDeWe oder im Showroom in Berlin-Wannsee (idealerweise nach Voranmeldung) mit der Produktpalette vertraut machen. Der Showroom hat Do und Fr 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Ansonsten begegnet man hering berlin Porzellan auch auf diversen Messen. Demnächst bei der imm cologne, der Maison & Objet Paris und der Internorga.

Abschließend kann ich nur sagen, dass sich der lange (kalte) Weg nach Berlin-Wannsee gelohnt hat. Die Menschen hinter hering berlin, Stefanie Hering, Wiebke Lehmann und Götz Esslinger sind beherzt, fröhlich und geerdet. Sehr angenehm. Es war mir eine Ehre!


hering berlin
Königsweg 303
14109 Berlin
www.hering-berlin.de


Friday, 3. December 2010

*Essensart 2011

Kalender Essensart 2011
Kalender Essensart
© courtesy of Ralf Müller Fotografie
Essensart ist großformatige Kalender-Art und großartiges Kalenderformat.

Ein Exemplar Essensart 2011, flatterte mir (obwohl man bei diesen Dimensionen kaum mehr von flattern sprechen kann) vergangenen Monat in's Haus, mit der Bitte des Fotografen, den Kalender im Blog vorzustellen.
Üblicherweise ignoriere ich derartige 'Gaben' galant. Ich suche mir i.d.R. selber aus, in welchen Menschen/welches Produkt ich meine Zeit investiere...

Diesmal habe ich aber eine Ausnahme gemacht. Ein wenig dem sympatischen Heiko Antoniewicz zuliebe, der ebenfalls maßgeblich an diesem Kalender-Projekt Anteil hat. Andererseits hatte ich auch vor der ersten Sichtung des Kalenders schon von 'Essensart' gehört und war neugierig auf diesen Kalender in limitierter Auflage.

Dem Namen nach hatte ich mir unter Essensart einen Kalender mit atemberaubenden Food-Fotografien vorgestellt.
Dass Nahrungsmittel nicht nur fertig gekocht, sondern auch in Rohform und während der Zubereitung die spannendsten Blickwinkel bieten, fasziniert (nicht nur) mich immer wieder auf's Neue. (siehe meine Foodfotos)
Ich war dann allerdings gelinde überrascht, als ich vor lauter Bäumen Wald sah. Deutschen Wald. Dieser ist Thema des Essensart-Kalenders 2011.

Kalender Essensart 2011
© courtesy of courtesy of Ralf Müller Fotografie


12 Aufnahmen deutscher Wald. Ziel der Fotoserie war, mit teils über 200 Jahre eingeschliffenen Bildern und Mythen aufzuräumen. So präsentieren die Fotografen Karin Hessmann und Ralf Müller den deutschen Wald weder kitschig-verklärt (a la röhrender Hirsch-Gemälde) noch industriell verstümmelt, sondern in seiner Nüchternheit, Einfachheit und bescheidenen Schönheit.
Für mein Empfinden einen Ticken zu bescheiden...

Sämtliche Bilder zeigen Wald in deutschen Landen. Zu unterschiedlichen Jahreszeiten und in unterschiedlichen Gefilden. Die Grundstimmung aller Bilder ist irgendwie melancholisch. Dies liegt weniger an den portraitierten Landschaften (obwohl auch da viel Nebel und Wolken vorherrschen), sondern vermutlich an der ins grau-silberne gehenden Bildsprache.

Die Aufnahmen sind wunderschön, aber ich vermisse ein wenig die Highlights die auch ein nicht verkitschter Wald zu bieten hat. Herbstlich bunte Blätterdächer, kahles, bizarres Geäst im Winter, Lärchen in orangem Nadelkleid oder rote Blätterteppiche unter silbernen Buchenstämmen, etwa...

Kalender Essensart 2011
© courtesy of courtesy of Ralf Müller Fotografie


Die Farbtupfer kommen bei Essensart auf anderem Wege daher. In Form von Einlegern (stecken in einem seperaten Kompartement hinter den eigentlichen Kalenderblättern). Diese Einleger ragen rechts über den Wald hinaus. Sie sind mit einem kleinen Monatskalendarium versehen und bieten Raum für Notizen.
Zieht man diese Einleger heraus, erhält man 12 Blatt großformatiger Foodfotos von und mit Rezepten von Sternekoch Heiko Antoniewicz.
Darauf deliziös festgehalten sind
  • Die Tropische Insel nach JBC
  • Hirschrücken, Kaffee, Lauch, Kartoffeln
  • Hummer, Uferfrüchte
  • Harzer Einerlei, Langostino, Morcheln, Brokkoli
  • Rehrücken, Pistazie, Kohlrabi, Kumin
  • Felchen, Weißkohl, Rote Bete
  • Semmelknödel, Pilze, Pfeffer
  • Lachs, Gurke, Brunnenkresse
  • Herbst trifft Frühling
  • Brombeeren, Creme Caramel, Sauerrahm
  • Wildente, Wasserbambus, Grillmais, Koriander
  • Fasan, Sauerkraut, Kartoffel, grüner Apfel


Die Einleger sind aus dünnem Karton und lassen sich ggf. rahmen oder als Tischset verwenden. Für die heimische Rezeptsammlung sind sie aber eindeutig zu groß.
Vorteil der seperaten Monatseinleger ist, dass sich nun Waldmotive je nach Wunsch mit verschiedenen Kalendarien kombinieren lassen.

Kalender Essensart 2011
© courtesy of courtesy of Ralf Müller Fotografie


Trotz Nachfrage konnte ich das Konzept des Kalenders Essensart leider nicht völlig verstehen. Was hat der deutsche Wald mit Kulinarik zu tun???
Egal! Ich muss ja nicht alles verstehen oder erklären können. Der Kalender ist in der Tat etwas ungewöhnlich, leicht melancholisch, aber sehr schön und bietet kulinarischen Mehrwert.
Die einzelnen Motive kann man bequem auf der Website von Ralf Müller Fotografie einsehen. Dort lässt sich der Kalender auch bestellen...

Tuesday,23. November 2010

*Balkonbewohner-Zwischenstand 2010

Kräuter winterfest
© multikulinarisch[es]
Im Sommer hatte ich zur ersten Kräuter-Peepshow der kulinarischen Blogosphäre gerufen. Blogger waren eingeladen, ihre Balkon-, Fensterbank- und Gartenbewohner samt damit gekochter Rezepte vorzustellen. Warum, wieso bitte im Artikel nachlesen...

Der Event läuft auch im neuen Jahr weiter. Teilnehmen kann man mit:
a) Vorstellung der Selbstversorger-Pflanzen (Balkon, Fensterbank oder kleinere Gartenpflanzen) und passender Rezepte
b) entsprechend gekennzeichneten (und mit Eventseite verlinkten) Rezepten
Bitte Hinweis an mich per e-mail (siehe Impressum) oder Kommentar unter dem Kräuter-Peepshow-Artikel.

Wetterbedingt ist es mit der grünen und schmackhaften Pracht auf Balkonien für dieses Jahr leider vorbei. Die Pflanzen sind eingetütet, um sicher durch den Winter zu kommen.
Gegen die Novemberdepression kommt hier aber noch etwas frisches Grün in Form der Balkonbewohner-Zusammenfassung 2010 (siehe auch Menüpunkt 'specials').
Wegen recht geringer Beteiligung habe ich mir noch nicht die Mühe gemacht, einen Filter (nach Blog, Zutat, Typ) einzubauen. Vorerst ist die Tabelle gut überschaubar:


zur Balkonbewohner-Zusammenfassung



Ein herzliches Dankeschön Allen, die mitgemacht haben!
..........................


Für künftige Beiträge oder als Hinweis in Euren Blogs ein Banner zum Mitnehmen:


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SpecialsSpecials

Aktuelle EinträgeAktuelle Einträge

Küchen-Peepshow
Friday, March 30 2012

Süßkartoffelsuppe mit Sherry
Wednesday, March 28 2012

Sobanudeln mit Lauch und Lachs
Friday, March 23 2012

Vor der Currywurst sind alle gleich!
Friday, March 16 2012

Sauerkrautbrot
Friday, March 9 2012

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Hier bloggt Peggy Schatz, Foodie, Netzwerker und Blogger von Herzen und Webentwicklerin von Beruf.
Ich habe nebst anderen Services den internat. Gourmetkalender und einen kulinarischen Blogger-Stadtplan für Berlin ins Leben gerufen.
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